Mit Rucksack-Programm spielerisch zum Sprach-Experten

Braunschweig, der 20.11.2017

Das Haus der Familie, das "Dialogwerk Braunschweig" und die Volksbank BraWo Stiftung starten im Rahmen von United Kids Foundations in Braunschweiger Familienzentren und Kitas das Elternbildungs- und Sprachförderprogramm "Rucksack". Im Caritas Familienzentrum St. Maximilian Kolbe erfolgte der offizielle Auftakt.

Initiative in sechs Braunschweiger Kindertagesstätten

40 Familien, zehn Elternbegleiterinnen in sechs Kindertagesstätten. Das Rucksack-Programm setzt sich im Rahmen von United Kids Foundations für den spielerischen Spracherwerb für Eltern und Kinder ein und fördert die Entwicklung und Integration von Familien in der Region. Eine Gruppe von Eltern trifft sich hierfür in ihrer Kita. Sie lernen gemeinsam Spiele, Aktivitäten und Übungen kennen, mit denen sie ihre Kinder spielerisch und mit Spaß zu Hause fördern können. Am 20. November erfolgte der offizielle Startschuss für die Arbeit der ausgebildeten Elternpaten in den teilnehmenden Kitas.

Carsten Ueberschär, Botschafter von United Kids Foundations und Leiter der Direktion Braunschweig der Volksbank BraWo, erklärte im Rahmen der Auftaktveranstaltung: „Gefördert wird das Projekt aus Mitteln der United Kids Foundations Jubiläumsaktion '1000x1000 – die BraWo-Allianz gegen Kinderarmut'. Dank der sensationellen Unterstützung in unserer Region kam eine Summe von insgesamt 12,785 Millionen Euro zusammen. Wir freuen uns sehr, dass wir dank der vielen Spenden nun für Braunschweig dieses großartige und nachhaltige Projekt zum Wohle vieler Kinder und Familien gemeinsam starten. Neben der Sprachförderung von Kindern und ihrer Eltern engagieren wir uns auch in den Bereichen Bildungs- und Begabtenförderung, Bekämpfung von Bewegungsarmut, gesunde Ernährung, Armutsbekämpfung und Gewaltprävention. Bis heute haben wir mehr als 435 Projekte umgesetzt, die die Gegenwart und die Zukunft von bereits mehr als 53.200 Mädchen und Jungen in der Region verbessert haben."

Lernen und interkulturelle Verständigung

Ziel des Programms "Rucksack" ist die Stärkung von vor allem mehrsprachigen Eltern bei Erziehungsfragen und bei Themen rund um die sprachliche Entwicklung ihrer vier- bis sechsjährigen Kinder. Dabei bietet das Konzept niedrigschwellige Spielanregungen, Übungen und Aufgaben, die die Eltern zu Hause in ihrer Muttersprache mit den Kindern umsetzen sollen. Parallel wird in der Kita der Wortschatz von mehrsprachig aufwachsenden Kindern in der Zweitsprache Deutsch erweitert. Ein willkommener Nebeneffekt ist, dass die Eltern gleich mitlernen, besser Deutsch zu sprechen.

In der Kita treffen sich die Mütter in entspannter Atmosphäre ohne ihre Kinder. Sie stammen aus Deutschland, sowie unter anderem aus Albanien, der Elfenbeinküste, Tunesien, Bulgarien, Syrien, Vietnam, der Türkei und dem Libanon. Der interkulturelle Aspekt stellt für alle Beteiligten eine große Bereicherung dar. Eine vorab ausgebildete Elternbegleiterin aus ihrer Mitte leitet die Treffen, die einmal wöchentlich stattfinden. Sie bespricht mit ihnen die Aufgaben für die kommende Woche und tauscht sich mit ihnen auch über allgemeine Erziehungsthemen aus. Wertschätzung und Begegnung auf Augenhöhe sind dabei wichtige Grundprinzipien.

Vorbereitung auf die Schule

Die Rucksack-Materialien existieren in zwölf verschiedenen Sprachen, sodass mehrsprachige Kinder zu Hause ihre muttersprachlichen Fähigkeiten ausbauen können, während parallel in der Kita das Erlernen der deutschen Sprache unterstützt wird. Somit hilft das Rucksack-Programm Kindern unter anderem bei der Vorbereitung auf die Schule, indem es ihre sprachlichen Fähigkeiten verbessert und ihr Selbstwertgefühl stärkt. Wie gut das bisher funktioniert hat, zeigten die Anwesenden im Turnraum der Kindertagesstätte, wo Kinder und Mütter gemeinsam "Bruder Jakob" in vier verschiedenen Sprachen anstimmten.

Michaela Wirth, Koordinatorin des Rucksack-Programms, freute sich über die hervorragende Entwicklung des Projekts: „Je besser ein Kind seine Muttersprache beherrscht, desto besser lernt es auch die deutsche Sprache. Der lockere Austausch zwischen den Eltern in allen Fragen des Alltags trägt zusätzlich zur Öffnung aller Kulturen und Integration bei. Beides sind Ziele des Programms. Nachdem wir im August 2016 angefangen haben, sehen wir große Erfolge und Fortschritte sowohl bei den Eltern, als auch bei den Kindern.“

Zum Ende der Veranstaltung gab es ein gemeinsames Essen mit Getränken und kleinen Häppchen, passend zum Thema Ernährung, das ebenfalls Teil des Projekts ist.

Teilnehmende Einrichtungen

In Brauschweig sind bisher das Caritas Familienzentrum St. Maximilian Kolbe (Weststadt), das DRK Familienzentrum Broitzemer Str. (Westliches Ringgebiet), das evangelische Familienzentrum St. Georg (Siegfriedviertel), das evangelische Familienzentrum Weststadt, die Paritätische Kita Quäker Nachbarschaftsheim (Nordstadt) und die städtische Kita Siegmundstraße (Siegfriedviertel) am Rucksack-Programm beteiligt.