Darstellung der Lage

Gesamtbanksteuerung und Risikomanagement

In unserer Unternehmensstrategie haben wir uns klar auf die Bedarfssituation unserer Mitglieder und Kunden ausgerichtet und daraus eine langfristige Unternehmensplanung abgeleitet. Die Entwicklung unserer Bank planen und steuern wir mithilfe von Kennzahlen und Limitsystemen. Die Ausgestaltung unserer Limitsysteme ist an der Risikotragfähigkeit unseres Hauses ausgerichtet. Durch Funktionstrennungen in den Arbeitsabläufen und die Tätigkeit der Internen Revision haben wir die Zuverlässigkeit der Steuerungsinformationen aus der ordnungsgemäßen Geschäftsabwicklung sichergestellt. Das Risikomanagement zur Früherkennung von Risiken ist vor dem Hintergrund einer wachsenden Komplexität der Märkte im Bankgeschäft von erheblicher Bedeutung.

Risikomanagementziele und -methoden

Neben allgemeinen Risikofaktoren (z. B. Konjunkturschwankungen, neue Technologien und Wettbewerbssituationen, sonstige sich verändernde Rahmenbedingungen) bestehen spezifische Bankgeschäftsrisiken. Die Kontrolle und das Management der Risiken sind für uns eine zentrale Aufgabe und am Grundsatz ausgerichtet, die mit der Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken zu identifizieren, zu bewerten, zu begrenzen und zu überwachen sowie negative Abweichungen von den Erfolgs-, Eigenmittel- und Liquiditätsplanungen zu vermeiden. Die für das Risikocontrolling zuständigen Unternehmensbereiche berichten direkt dem Vorstand. Die Interne Revision überwacht durch regelmäßige Kontrollen die vorhandenen Abläufe.

Zur Steuerung und Bewertung der Risiken nutzen wir EDV-gestützte Systeme. Auf der Grundlage von Risikotragfähigkeitsberechnungen sind Verlustobergrenzen für unterschiedliche Risikoarten definiert, an denen wir unsere geschäftspolitischen Maßnahmen ausrichten. Die Risikotragfähigkeit ermitteln wir auf Basis des Betriebsergebnisses nach Bewertung der bilanziellen Eigenkapitalbestandteile sowie stiller Reserven. Unser Haus unterscheidet zwischen Adressenausfallrisiken, Marktpreisrisiken, Liquiditätsrisiken, operationellen Risiken und sonstigen Risiken.

Adressenausfallrisiken

Für das Kreditgeschäft haben wir unter Berücksichtigung der Risikotragfähigkeit sowie der Einschätzung der mit dem Kreditgeschäft verbundenen Risiken eine Strategie zur Ausrichtung des Kreditgeschäfts festgelegt. Die Ermittlung struktureller Kreditrisiken (Adressenausfallrisiken) basiert auf Einstufungen der Kreditnehmer in Bonitäts- oder Ratingklassen sowie Risikogruppen nach bankinternen Beurteilungskriterien. Das aggregierte Ergebnis wird u. a. nach Volumen und Blankoanteilen ausgewertet und in die Gesamtbanksteuerung einbezogen. Die Einstufungen werden regelmäßig überprüft. Unsere Auswertungen geben z. B. Auskunft über die Verteilung des Kreditvolumens nach Branchen, Größenklassen, Risikogruppen, Blankoanteilen und Sicherheiten.

Den Adressenausfallrisiken in unseren Wertpapieranlagen begegnen wir grundsätzlich dadurch, dass Bonitäts-, Strukturlimite und Limite für Einzelemittenten festgesetzt und überwacht werden. Beteiligungsrisiken bilden eine Untergruppe der Adressenausfallrisiken und bezeichnen das Risiko, dass die eingegangenen Beteiligungen zu potenziellen Verlusten (z. B. aufgrund von Dividendenausfall oder Teilwertabschreibungen) aus bereitgestelltem Eigenkapital, aus Ergebnisabführungsverträgen (Verlustübernahmen) oder aus Haftungsrisiken (beispielsweise Patronatserklärungen) führen können. Beteiligungen werden schwerpunktmäßig zur Stärkung unserer wesentlichen Geschäftsaktivitäten und zur Unterstützung
des Verbundgedankens innerhalb der genossenschaftlichen FinanzGruppe eingegangen. Beteiligungsrisiken ergeben sich daher überwiegend aus unseren Tochtergesellschaften sowie aus Verbundbeteiligungen. Wesentliche Risiken könnten sich aus den strategischen Verbundbeteiligungen ergeben, sind für uns aber derzeit nicht erkennbar. Die Berücksichtigung im Risikotragfähigkeitskonzept erfolgt im Rahmen eines Risikopuffers.

Marktpreisrisiken

Die monatliche Messung der Zinsänderungsrisiken bzw. der -chancen erfolgt auf Basis einer dynamisierten Zinselastizitätsbilanz. Im gesamten Jahr 2016 hatte das jeweils ermittelte Zinsänderungsrisiko – bezogen auf das durchschnittliche Geschäftsvolumen – eine untergeordnete Bedeutung. Ausgehend von der aktuellen Zinsstruktur ergeben sich aus heutiger Sicht im Falle konstant niedriger Zinsen überschaubare Auswirkungen auf den Zinsüberschuss des laufenden Jahres und des darauffolgenden Geschäftsjahres. Bei einem Anstieg des Zinsniveaus ist eine geringfügige Zunahme des Zinsüberschusses im Geschäftsjahr 2017 möglich.

Im Rahmen der mit unseren Kunden abgeschlossenen Fremdwährungsgeschäfte bestehen ausschließlich besonders gedeckte bilanzielle Fremdwährungspositionen bzw. Devisentermingeschäfte. Im Bereich der Bürgschaften bestehen Eventualverpflichtungen in Schweizer Franken und US-Dollar mit geringem Risikopotenzial.

Zur Überwachung der Auswirkungen der allgemeinen Zins-, Währungs- und Kursrisiken auf unsere Wertpapiere haben wir ein Controlling-System eingesetzt, das den von der Bankenaufsicht vorgegebenen Anforderungen voll entspricht. Zur Quantifizierung der Risiken bewerten wir unsere Wertpapierbestände wöchentlich unter Zugrundelegung aktueller Zinssätze und Kurse. Darüber hinaus analysieren wir regelmäßig die potenziellen Verlustrisiken aus möglichen künftigen Zins- und Kursänderungen. Wir haben sichergestellt, dass Eigenhandelsgeschäfte nur im Rahmen klar definierter Kompetenzregelungen getätigt werden. Art, Umfang und Risikopotenzial dieser Geschäfte haben wir durch ein bankinternes Limitsystem begrenzt.

Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko wird aufsichtsrechtlich begrenzt und gesteuert. Daneben ist die Finanzplanung unseres Hauses streng darauf ausgerichtet, allen gegenwärtigen und künftigen Zahlungsverpflichtungen pünktlich nachkommen zu können. Insoweit achten wir auf ausgewogene Laufzeitstrukturen der Aktiva und Passiva. Bei unseren Geldanlagen in Wertpapieren bzw. bei Korrespondenzbanken tragen wir dementsprechend neben Ertrags- auch Liquiditätsaspekten Rechnung. Durch die Einbindung in den genossenschaftlichen Finanzverbund bestehen ausreichende Refinanzierungsmöglichkeiten, um unerwartete Zahlungsstromschwankungen auffangen zu können.

Operationelle Risiken

Unser innerbetriebliches Überwachungssystem trägt dazu bei, die operationellen Risiken zu identifizieren und so weit wie möglich zu begrenzen. Zur systematischen Analyse von Reklamationen und Schadensfällen ist eine spezielle Schadensfalldatenbank im Einsatz. Risiken aus der Beratungshaftung begegnen wir durch eine am Risikoprofil des Anlegers orientierte Beratung und deren umfangreiche Dokumentation. Mögliche Rückgriffsansprüche aus weiter zurückliegenden Jahren sind durch Rückstellungen gedeckt.

Die zunehmende Abhängigkeit von technischen Geräten und Anbindungen birgt auch die Gefahr von Störungen im Geschäftsablauf und der Verfügbarkeit durch unsere Kunden. Diese Risiken minimieren wir durch den Abschluss von Wartungs- und Serviceverträgen. Für den Ausfall technischer Einrichtungen und für unvorhergesehene Personalausfälle besteht eine Notfallplanung. Diese umfasst auch die Einrichtung von Telefon-Hotlines. Versicherbare Gefahrenpotenziale, z. B. Diebstahl- und Betrugsrisiken, haben wir durch Versicherungsverträge in banküblichem Umfang abgeschirmt.

Sonstige Risiken

Neben den gesamten banktypischen Risikoarten berücksichtigen wir auch sonstige Risiken. Besondere Aufmerksamkeit widmen wir dabei dem strategischen Risiko sowie dem Vertriebs- und dem Reputationsrisiko. Die Wesentlichkeit dieser Risiken wird dabei anlassbezogen bzw. turnusmäßig überprüft. Aus unseren Aktivitäten mit Fokus auf Immobilien-Projekte ergeben sich nicht unwesentliche Entwicklungsrisiken. Diese haben wir definiert als Planungs-, Baukosten-, Vermietungs- und Veräußerungsrisiken. Deren Risikostruktur wird im Rahmen der jährlichen Risikoinventuren analysiert, bewertet und im Risikotableau abgebildet. Wir begegnen diesem Risiko durch laufendes Reporting, Berücksichtigung im Risikotragfähigkeitskonzept und der Einbindung von qualifizierten Partnern bei Immobilien-Projekten.

Vermögenslage

Finanz- und Liquiditätslage

Ertragslage

Zusammenfassende Beurteilung der Lage

Das abgelaufene Geschäftsjahr war geprägt von den technischen Herausforderungen der Umstellung unseres Bankenkernanwendungsverfahrens bank21 auf agree21. Die zeitlichen Belastungen für die Mitarbeiter sowohl in der Vorbereitung als auch in der Einarbeitung in die neuen Abläufe waren beträchtlich.

Das Ergebnis und die Produktivität bewegten sind in Anbetracht zuvor genannter Belastungen in absoluten Größen auf gutem Niveau. Die
angestrebten Planwerte wurden nur knapp verfehlt. Die gebildeten Wertberichtigungen für die erkennbaren und latenten Risiken in den Kundenforderungen
sind angemessen. Für erhöhte latente Risiken der Risikoaktiva besteht weiterhin eine Deckungsreserve in Form versteuerter
Wertberichtigungen.

Die Finanz- und Liquiditätslage entspricht den aufsichtsrechtlichen und betrieblichen Erfordernissen. Die Vermögenslage ist durch eine angemessene Eigenkapitalausstattung gekennzeichnet, die wir mit Blick auf die Anforderungen der Bankenaufsicht und steigenden Kreditnachfragen ausbauen wollen.

Aufgrund der installierten Instrumentarien zur Risikosteuerung und -überwachung bewegen sich die derzeit erkennbaren Risiken der künftigen Entwicklung in einem überschaubaren und für unser Haus tragbaren Rahmen. Eventuell neu auftretende Unwägbarkeiten können hiermit frühzeitig erkannt und Maßnahmen zur Gegensteuerung ergriffen werden.