Geschäftsverlauf

Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der Kreditgenossenschaften

1.1 Konjunktur in Deutschland

Der bereits seit dem Jahr 2013 andauernde Konjunkturaufschwung in Deutschland schritt in 2017 weiter voran und führte erneut zu einem überdurchschnittlichen gesamtwirtschaftlichen Wachstum. Das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt legte nach ersten amtlichen Schätzungen gegenüber dem Vorjahr um 2,2 % zu und expandierte damit noch etwas stärker als in 2016 (+1,9 %). Globale Unsicherheiten, wie beispielsweise die protektionistischen Tendenzen der neuen US-Regierung und der angekündigte harte Austritt Großbritanniens aus der EU, beeinträchtigten das Wirtschaftswachstum Deutschlands offenbar nur wenig.

Haupttreiber des gesamtwirtschaftlichen Wachstums waren in 2017 abermals die staatlichen und privaten Konsumausgaben. Angesichts der unvermindert günstigen Arbeitsmarkt- und Lohnentwicklung sowie der nach wie vor lediglich moderaten Teuerung der Verbraucherpreise erhöhten die privaten Haushalte ihre Ausgaben ähnlich deutlich wie in 2016 (+1,9 % gegenüber +2,1 %). Gefördert wurde der private Verbrauch zudem durch die im Rahmen der Flüchtlingsmigration ausgeweiteten staatlichen Transferzahlungen und die merkliche Anhebung der Altersrenten vom Vorjahr, die erst 2017 voll wirkte.

Die Exporte der deutschen Wirtschaft expandierten stärker als im Vorjahr (+4,7 % gegenüber +2,6 %). Maßgeblich hierfür waren u. a. die Warenausfuhren in die Partnerländer des Euroraums, die im Zuge der konjunkturellen Festigung des Währungsraums deutlich zunahmen. Die Ausfuhren in die USA wurden dagegen durch die Aufwertung des Euro-Wechselkurses gedämpft und auch das Geschäft mit dem Vereinigten Königreich entwickelte sich in Anbetracht des angekündigten EU-Ausstiegs eher unterdurchschnittlich.

Nach einem eher schwachen Vorjahr nahm das Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen etwas an Fahrt auf (+4,0 % gegenüber +2,2 %). Die globalen Unsicherheiten, die zuvor das Investitionsklima merklich belastet hatten, traten allmählich in den Hintergrund. Zudem machte die zunehmende Kapazitätsauslastung in der Industrie zusätzliche Investitionen notwendig, und die Finanzierungsbedingungen für den Unternehmenssektor waren nach wie vor ausgesprochen günstig. Insbesondere in Wohngebäude wurde angesichts der soliden Einkommenszuwächse und der niedrigen Finanzierungskosten deutlich mehr investiert.

Beschäftigungsaufbau hält an

Am Arbeitsmarkt setzten sich die günstigen Trends der Vorjahre fort. Die Anzahl der erwerbstätigen Menschen mit inländischem Arbeitsort stieg im Vorjahresvergleich um 653.000 auf rund 44,3 Millionen. Wichtigster Motor des Arbeitskräftezuwachses war weiterhin der Anstieg der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Demgegenüber war die Zahl der Arbeitnehmer, die ausschließlich einen Minijob ausüben, und die Zahl der Selbstständigen erneut rückläufig. Die Arbeitslosenzahl sank von knapp 2,7 Millionen Menschen in 2016 auf etwa 2,5 Millionen. Die Arbeitslosenquote nahm im Vorjahresvergleich um 0,4 Prozentpunkte auf 5,7 % ab und befand sich damit auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung.

Inflationsrate bleibt unter 2 %

Die Verbraucherpreise erfuhren in 2017 eine Berg- und Talfahrt. Der Anstieg um über 2 % zu Jahresbeginn war Folge des Wegfalls der entlastenden Wirkung des Ölpreisrückgangs vom Winterhalbjahr 2015/2016. Ab dem Frühsommer sorgten dann Faktoren wie die Aufwertung des Euro-Wechselkurses gegenüber dem US-Dollar und zeitweise abnehmende Ölpreise für einen Rückgang der Inflationsrate. So legten die Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt um 1,8 % zu (Vorjahr +0,5 %).

Hohe Auslastung im Baugewerbe

Die Bruttowertschöpfung im Baugewerbe weitete sich preisbereinigt mit +2,1 % ähnlich stark aus wie 2016 (+1,9 %). Allerdings hätte das Wachstum noch deutlicher ausfallen können, wäre die Kapazitätsauslastung der Baufirmen nicht bereits an der Grenze. Insbesondere der zunehmende Mangel an Arbeitskräften beeinträchtigte die Produktion. Daher sind auch die Baupreise stärker gestiegen. Vom Bauboom waren so ziemlich alle Bereiche betroffen. Der Zuwachs im Wohnungsbau (+10,5 %) fiel dabei stärker aus als im Wirtschaftsbau (+9,8 %) und im öffentlichen Bau (+7,0 %). So stieg auch die Zahl der Erwerbstätigen im Baugewerbe insgesamt um 1,8 % auf knapp 2,5 Millionen Beschäftigte.

1.2 Finanzmärkte

Positive Stimmung an den Finanzmärkten 2017

Nach Jahren politischer wie auch wirtschaftlicher Unsicherheit besserte sich in 2017 die Stimmung an den Finanzmärkten nachhaltig. Grund hierfür war in erster Linie die Rückkehr eines robusten Wirtschaftswachstums sowohl im Euroraum als auch in den USA. Die Verunsicherung an den Finanzmärkten im Zuge der Trump-Präsidentschaft oder der schwierig verlaufenden Brexit-Verhandlungen hielten sich in Grenzen. Auch konnten die kriegerischen Konflikte im Nahen Osten und die angespannte Lage zwischen Nordkorea und seinen direkten Nachbarstaaten die Stimmung an den Finanzmärkten nicht nachhaltig dämpfen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat an ihrem extrem expansiven Kurs festgehalten. So blieb der EZB-Hauptrefinanzierungssatz für die Finanzinstitute des Euroraums bei 0,0 % und der Einlagensatz mit -0,4 % im negativen Bereich. Darüber hinaus setzte die EZB ihr Anleiheaufkaufprogramm fort. So kaufte die europäische Notenbank bis einschließlich März im Rahmen ihres Asset Purchase Programs (APP) monatlich Wertpapiere im Wert von 80 Milliarden Euro.

Wie auf der EZB-Ratssitzung im Dezember 2016 beschlossen, verlängerte der EZB-Rat das Aufkaufprogramm bis zum Ende des Jahres, allerdings zu einem niedrigeren monatlichen Aufkaufvolumen in Höhe von 60 Milliarden Euro. Vor dem Hintergrund des im Jahresverlauf anziehenden Aufschwungs im Euroraum beschloss der EZB-Rat im Oktober 2017 zwar eine Verlängerung des Programms bis mindestens September 2018, dies hingegen zu einem ab Januar 2018 erneut verringerten monatlichen Kaufvolumen von 30 Milliarden Euro.

Bundesanleiherenditen legen zu

Die Renditen von Bundesanleihen sind im vergangenen Jahr moderat gestiegen. Im Jahresverlauf stieg die Rendite zehnjähriger Bundeswertpapiere um 22 Basispunkte auf 0,42 %. Die Renditen zwei- und fünfjähriger Bundesanleihen stiegen ähnlich stark, indes blieben ihre Renditen mit -0,63 % und -0,20 % zum Jahresultimo im negativen Bereich. Ausschlaggebend für das Renditeplus bei Bundesanleihen waren Anpassungen der geldpolitischen Erwartungen im Zuge des konjunkturellen Aufschwungs im Euroraum. Insbesondere Staatsanleihen aus Portugal und Griechenland erlebten einen spürbaren Nachfrageanstieg, der sich auf Jahressicht in einem deutlichen Rückgang ihrer Renditen niederschlug. Darüber hinaus trieb die geldpolitische Normalisierung in den USA die Renditen von Bundesanleihen über den Kanal der weltweiten Zinsführerschaft von Staatsanleihen der Vereinigten Staaten.

Aufschwung im Währungsraum stützt Euro

Der Euro hat in 2017 deutlich aufgewertet. Gegenüber dem Greenback notierte der Euro-Dollar Kurs zum Jahresultimo bei 1,19 US-Dollar. Die europäische Gemeinschaftswährung profitierte in 2017 vom robusten konjunkturellen Aufschwung und den veränderten geldpolitischen Erwartungen im Währungsraum. Darüber hinaus stützte den Euro die Stabilisierung der politischen Verhältnisse in Frankreich. Macrons klares Bekenntnis zum Euro stärkte das Vertrauen der Investoren in den Währungsraum. Profitieren konnte der Euro auch von der Schwäche des US-Dollars, der unter den politischen Unsicherheiten im Zuge der Trump-Präsidentschaft zu leiden hatte.

DAX auf neuem Allzeithoch

Dies- wie jenseits des Atlantiks legten die Kurse an den Börsen spürbar zu. Zunächst stiegen die Aktienkurse des DAX ab Mitte April 2017 innerhalb weniger Wochen um rund 1.000 Punkte auf knapp unter 13.000 Zähler. Zurückzuführen war dies auf ein gestärktes Vertrauen in die Wirtschaft Deutschlands, aber auch des gesamten Euroraums, nachdem wichtige Wirtschaftsindikatoren auf ein stärkeres Wachstum hingewiesen hatten, als zu Jahresbeginn erwartet worden war.

Im Hochsommer gab der deutsche Leitindex vorübergehend fast seine gesamten zuvor angesammelten Kursgewinne wieder ab. Grund hierfür war zum einen der erstarkende Euro. Zum anderen verunsicherte die Krise in der Automobilindustrie im Zuge des Diesel-Skandals viele Investoren. Erst im Herbst marschierte der DAX wieder in Richtung der Marke von 13.000 Punkten, welche er Mitte Oktober erneut übersprang. Sein Jahreshoch von 13.478 Zählern markierte der DAX nur kurze Zeit später am 3. November 2017. Das hohe Niveau konnte der DAX zwar nicht lange halten, gleichwohl beendete der Deutsche Aktienindex das Jahr 2017 mit 12.918 Punkten auf einem deutlich höheren Niveau als zum Vorjahresultimo. Insgesamt belief sich das Jahresplus auf 12,5 %.

1.3 IMMOBILIENMARKT IN DER REGION
BRAUNSCHWEIG/WOLFSBURG

Der Immobilienmarkt in der Region zeigte sich unverändert als starker Nachfragemarkt. Der Büromarkt war geprägt von steigenden Mieten und weiter abnehmenden Leerständen. Üblicherweise spricht man bei einer Leerstandsquote von 3 % von Vollvermietung. Da diese in Braunschweig mit 2,2 % bereits einen grenzwertigen Umfang erreicht hat, werden künftig dringend neue Büroflächen benötigt. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei Wohnimmobilien: Steigende Bevölkerungszahlen und die begrenzten Möglichkeiten für Neubautätigkeiten sorgten dafür, dass der Markt von einer starken Nachfrage geprägt ist. Dies spiegelte sich in immer stärker steigenden Preisen sowohl bei den Verkaufspreisen als auch den Mieten wider. Besonders innenstadtnahe Objekte stehen im Fokus der Interessenten. Sind die Immobilien, Substanz und Lage betreffend, in gutem Zustand, sind die Käufer weitestgehend preisunsensibel.

1.4 Geschäftsentwicklung der Kreditgenossenschaften

Weiterhin starkes Wachstum im Einlagen- und Kreditgeschäft

Auch im Jahr 2017 konnten die 915 Volks- und Raiffeisenbanken, PSD Banken, Sparda-Banken sowie die genossenschaftlichen Spezialbanken an ihre guten Geschäftsergebnisse der Vorjahre anknüpfen. So stiegen die bilanziellen Kundeneinlagen der Kreditgenossenschaften auf 662 Milliarden Euro (+4 %). Das Volumen der Kredite stieg ebenfalls deutlich: Die Forderungen an Nichtbanken erhöhten sich auf 558 Milliarden Euro (+5,8 %). Das Wachstum zeigt, dass die Kunden dem nachhaltigen Geschäftsmodell der Kreditgenossenschaften vertrauen. Das deutliche Plus bei den Kundenkrediten konnte durch eine Erhöhung der Kundeneinlagen vollständig refinanziert werden. Die Bilanzsumme stieg um 40 Milliarden auf 891 Milliarden Euro (+4,7 %).

Kreditgeschäft weiterhin stark

Bestimmend für das starke Kreditwachstum war die nach wie vor rege Nachfrage nach privaten Wohnungsbaukrediten. Die langfristigen Forderungen stiegen von 466 Milliarden Euro auf 494 Milliarden Euro (ein Plus in Höhe von 6,1 %). Die mittelfristigen Forderungen stiegen um 4,3 % auf 32 Milliarden Euro, die kurzfristigen Forderungen um 2,8 % auf ebenfalls 32 Milliarden Euro. 89 % der vergebenen Kredite weisen eine anfängliche Zinsbindung von über fünf Jahren auf. Diese Langfristpräferenz – verbunden mit festen Konditionen – verschafft den Privat- und Firmenkunden der Volksund Raiffeisenbanken Sicherheit und Transparenz bei ihren Finanzierungen.

Stark nachgefragt: Liquide und sichere Einlagen

Auch angesichts der Niedrigzinspolitik der EZB nahmen die Sichteinlagen der Kunden weiter deutlich zu. Die täglich fälligen Verbindlichkeiten stiegen per Ende Dezember 2017 um 7,3 % auf 424 Milliarden Euro. Der Bestand an Sparbriefen sank dagegen deutlich um 19,9 % auf ein Volumen in Höhe von 5,8 Milliarden Euro. Insgesamt stiegen die Verbindlichkeiten gegenüber Nichtbanken um 4 % auf 662 Milliarden Euro. Der Einlagenüberschuss lag wie in den Vorjahren bei rund 100 Milliarden Euro. Aufgrund der hohen Kundeneinlagen sind die Institute weitgehend unabhängig von der mittel- und langfristigen Refinanzierung am Geld- und Kapitalmarkt.

Zahl der Volksbanken und Raiffeisenbanken weiterhin leicht
rückläufig

Der Konsolidierungsprozess unter den Volks- und Raiffeisenbanken setzte sich mit 57 vollzogenen Fusionen moderat fort. Die Zahl der Kreditgenossenschaften lag zum Ende des Jahres 2017 bei 915 Banken. Die Zahl der Zweigstellen ging um 622 auf 10.193 zurück (-5,8 %). Die Kreditgenossenschaften bleiben damit mit 11.108 Bankstellen (Haupt- und Zweigstellen) fest in den Regionen verankert.

Entwicklung der VB BraWo

2. ENTWICKLUNG DER VOLKSBANK EG BRAUNSCHWEIG WOLFSBURG

GeschäftsentwicklungBerichtsjahr
TEUR
2016
TEUR
2015
TEUR
2014
TEUR
2013
TEUR
Bilanzsumme3.436.206,003.248.362,003.083.470,002.838.826,002.704.742
Außerbilanzielle Geschäfte *)438.342,00411.303,00422.460,00344.102,00311.062

*) Hierunter fallen die Posten unter dem Bilanzstrich 1 (Eventualverbindlichkeiten), 2 (Andere Verpflichtungen) und Derivategeschäfte

Die Bilanzsumme ist abermals, auch im Vergleich zu anderen Kreditgenossenschaften und regionalen Mitbewerbern, überdurchschnittlich um TEUR 187.844 (+5,8 %) gewachsen. Dieses Wachstum wurde auf der Aktivseite wesentlich durch die Zuwächse beim Kundenkreditgeschäft sowie einer regen Investitionstätigkeit in Immobilien bewirkt. Das Mehr an Kundenkrediten konnte durch vermehrte Kundeneinlagen bedient werden. Der Anteil des Kreditgeschäfts mit 71,8 % an der Bilanzsumme blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu konstant.

Im Bereich der außerbilanziellen Geschäfte gab es Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Sowohl die Bürgschaften als auch die Kreditzusagen wiesen erkennbare Anstiege aus und untermauern nachhaltig die robuste Konjunktur und Investitionsbereitschaft in unserer Region. Auch Devisentermingeschäfte wurden wieder stärker nachgefragt.

AktivgeschäftBerichtsjahr
TEUR
2016
TEUR
2015
TEUR
2014
TEUR
2013
TEUR
Kundenforderungen2.468.382,002.331.612,002.273.900,002.189.555,002.000.917
Wertpapieranlagen402.906,00370.100,00318.328,00304.958,00279.920
Forderungen an Banken102.477,00164.122,00197.675,0080.250,00186.273
Barreserve75.596,00123.308,0063.348,00112.311,00101.706

Das Plus mit TEUR 136.770 bei den Kundenforderungen liegt mit 5,9 % im Durchschnitt des Kreditwachstums aller Kreditgenossenschaften. Unternehmenskredite haben dieses Geschäftsfeld sogar stärker belebt als Kredite an Privatpersonen. Bei diesen ist der Trend zum günstigen Wohnungsbaukredit nochmals deutlicher ausgefallen als im Vorjahr. Auch bei den Laufzeitbändern ist der seit Jahren anhaltende Trend zur längerfristigen Finanzierung mit einer Bindung von über fünf Jahren ungebrochen.

Innerhalb der Eigenanlagen gab es deutliche Umschichtungen. Getrieben von aufsichtsrechtlichen Restriktionen erfolgten verstärkt Anlagen in Papieren öffentlicher Emittenten und vergleichbarer Fondsanlagen zu Lasten der Interbankeneinlagen und der Barreserve. Aber auch die Ausweitung unserer Investitionstätigkeit sorgte für den Abbau der beiden letztgenannten Positionen.

PassivgeschäftBerichtsjahr
TEUR
2016
TEUR
2015
TEUR
2014
TEUR
2013
TEUR
Bankenrefinanzierungen459.300,00383.183,00470.511,00383.574,00419.996
Kundengelder2.557.037,002.480.612,002.247.146,002.107.917,001.956.041
Spareinlagen394.850,00413.807,00413.189,00430.071,00412.543
täglich fällige Einlagen2.082.784,001.935.037,001.741.138,001.533.538,001.412.092
Einlagen mit vereinbarter Laufzeit oder Kündigungsfrist79.403,00131.768,0092.819,00144.308,00131.406

Der merkliche Anstieg der Bankenrefinanzierungen um TEUR 76.117 (+19,9 %) ist fast ausschließlich auf neue Globaldarlehen für Immobilienfinanzierungen zurückzuführen. Hier galt es, die günstige Zinssituation für die längerfristige Kalkulation der Investments zu sichern. In geringerem Umfang haben in diesem Segment auch die Einzelrefinanzierungen im Förderkreditgeschäft für unsere Kunden zugenommen

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Kundeneinlagen um TEUR 76.425 (+3,1 %) angestiegen. Deutliche Zuflüsse in Höhe von TEUR 147.747 (+7,6 %) gab es aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase bei den täglich fälligen Einlagen. Die Einlagen mit vereinbarter Laufzeit sind mit einem Minus von TEUR 52.365 im Vergleich zum Vorjahr deutlich rückläufig (-39,7 %). Davon ist insbesondere das Produkt Kündigungsgeld (- TEUR 41.735) betroffen. Diese Entwicklung zeigt sich gleichermaßen bei den Spareinlagen. Hier ist ein Rückgang um TEUR 18.957 (-4,6 %) zu verzeichnen. Unsere beliebten, an die Entwicklung eines Index gekoppelten Geldmarktprodukte, wiesen in diesem Jahr erstmals einen leichten Rückgang (-1,7 %) auf. Diese Entwicklung wurde ausgelöst durch die Schließung dieser Produkte für Neueröffnungen.

DienstleistungsgeschäftBerichtsjahr
TEUR
2016
TEUR
2015
TEUR
2014
TEUR
2013
TEUR
außerbilanzielles Kundenwertvolumen2.607.003,002.566.857,002.256.022,002.038.837,001.821.996
Anlagen in Wertpapierdepots731.684,00822.987,00642.204,00579.691,00539.539
Fondsanlagen bei Union Investment400.472,00389.664,00370.863,00343.889,00314.970
Anlagen bei der DZ Privatbank133.689,00102.258,0085.394,0081.616,0057.536
Guthaben bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall195.452,00185.095,00177.487,00171.267,00158.912
Rückkaufswerte Versicherungen R+V215.127,00208.790,00210.409,00204.974,00204.839
Sonstiges vermitteltes Anlagevolumen 122.296,00104.290,00102.048,0098.024,0093.120
Vermittltungen im Kreditgeschäft *)808.283,00753.773,00667.617,00559.376,00453.080

Das betreute Kundenwertvolumen legte leicht um TEUR 40.146 zu. Mit einem Plus von 1,6 % reichte dies jedoch nicht an das Bilanzsummenwachstum heran. Dies ist auch ein Ausdruck dafür, dass der Fokus eher auf das bilanzwirksame Geschäft gerichtet war.

Der Rückgang bei den Anlagen in Wertpapierdepots ist ausschließlich auf die Verlagerung des Investments eines Großanlegers zurückzuführen. Bereinigt um diesen Einmaleffekt sind die Depotanlagen – auch begünstigt durch die positive Börsenentwicklung – deutlich angewachsen. In der merklichen Aufwärtsentwicklung der Anlagen bei der DZ Privatbank drückt sich die effektive Zusammenarbeit mit der Braunschweiger Privatbank aus. Auch die sonstigen Anlagen wiesen Zuwächse aus – besonders getrieben von den Vermittlungen zu DG Anlage. Damit wurde das rückläufige Volumen von Containerinvestments überkompensiert, deren Vermittlung wir eingestellt haben.

Das Geschäft mit Bausparverträgen brachte einen spürbaren Anstieg von TEUR 10.357 (+5,6 %). Trotz niedriger Zinsen ist diese Sparform für viele Privatkunden wieder eine geschätzte Option, Reserven für künftige Wohnrauminvestitionen zu schaffen.

Die Rückkaufswerte von Versicherungen bei der R+V entwickelten sich erfreulich positiv. So betrug das Plus TEUR 6.337 (+3,0 %). Die Diskussionen um sinkende Garantieverzinsungen ebbten ab, und das Bewusstsein, Vorsorge auch für die Alterssicherung betreiben zu müssen, belebten dieses Geschäftsfeld.

Kreditwünsche unserer Kunden durch die Vermittlung adäquater Finanzierungen unserer Verbundpartner zu bedienen, zeigt seit einigen Jahren einen steten Aufwärtstrend. Die Steigerungsrate war hier mit einem Zuwachs von TEUR 54.510 (+7,2 %) etwas stärker als bei Finanzierungen aus Eigenmitteln. Innerhalb dieses Segments gibt es jedoch Unterschiede. LUX-Kredite sowie Verträge mit der R+V, der WL Bank und der Münchner Hypothekenbank waren gut nachgefragt. Dagegen wurden getilgte Kredite bei der DG HYP und der DZ BANK nicht in gleichem Umfang durch neue ersetzt.

Beteiligungen und InvestitionenBerichtsjahr
TEUR
2016
TEUR
2015
TEUR
2014
TEUR
2013
TEUR
Gesamt367.568,00245.820,00216.902,00138.160,00120.797
Beteiligungen, Geschäftsguthaben und Anteile an verbundenen Unternehmen125,88115,0190,7987,9273
Immaterielle Anlagewerte und Sachanlagen241.691,00130.813,00126.114,0050.244,0048.226

Die Erhöhung des Buchwerts bei den Beteiligungen resultiert aus der Einbringung der Aktien der NGB AG in die neu gegründete NGB AG & Co. KG. Hierbei wurden stille Reserven in Höhe von TEUR 9.102 offengelegt. Ferner gab es insgesamt fünf Neugründungen von Tochtergesellschaften. Hier ist als wesentlich die Volksbank BraWo Immobilienleasing GmbH mit einem Stammkapital von TEUR 1.500 zu nennen.

Im Bereich der Sachanlagen haben wir erhebliche Investitionen in Immobilien und hier vor allem in Gewerbeimmobilien getätigt. Als wesentliche Projekte mit einem Gesamtvolumen von TEUR 116.047 sind die Folgenden aufzuzählen:

  • in Braunschweig, Bohlweg,
  • in Braunschweig, Stöckheimer Markt,
  • in Wolfsburg, Porschestraße,
  • in Wolfsburg, Allesandro-Volta-Straße,
  • in Weinheim, Bergstraße,
  • in Braunschweig die Fertigstellung des Lilienthalhauses.

Weitere Veränderungen ergaben sich durch planmäßige Ersatzinvestitionen für Betriebs- und Geschäftsausstattungen sowie planmäßige Abschreibungen auf die gesamten Sachanlagen.

Personal- und Sozialbereich

Personalkennzahlen

Die Volksbank BraWo ist seit vielen Jahren ein verlässlicher und attraktiver Arbeitgeber in der Region. Zum 31.12.2017 beschäftigten wir 771 Mitarbeiter. Auch im Geschäftsjahr 2017 haben wir, analog zu unserer Unternehmensstrategie, die Errichtung neuer Geschäftsfelder konsequent vorangetrieben. Dem Erfolg Rechnung tragend, haben wir den Personalbestand unserer Tochtergesellschaften erneut deutlich ausgebaut. Der Anteil der teilzeitbeschäftigten Mitarbeiter liegt weiterhin auf einem hohen Niveau. Unseren Mitarbeitern ermöglichen wir dadurch, Beruf und Familie harmonisch in Einklang zu bringen. Die bemerkenswert hohe Zahl von Mitarbeitern, die auf eine lange Betriebszugehörigkeit zurückblicken können, bestätigt uns in unserer Personalpolitik. Die Altersstruktur der Mitarbeiter der Volksbank BraWo liegt mit einem durchschnittlichen Alter von 43 Jahren in einem stabilen Bereich. Der Anteil unserer weiblichen Beschäftigten überwiegt mit 60 % gegenüber dem der männlichen. Die Fluktuationsquote der Volksbank BraWo ist unverändert sehr gering.

Personalpolitik

Die aufsichtsrechtlichen, administrativen und gesetzlichen Anforderungen an Kreditinstitute haben sich in den vergangenen Jahren stetig erhöht. Diesen Ansprüchen haben wir auch in 2017 fachlich und personell Rechnung getragen. Das Geschäftsjahr war insbesondere geprägt durch die bankweite Einführung eines neuen IT-Systems. Infolge außerordentlich umfangreicher Schulungsmaßnahmen (2.034 Schulungstage) ist auch diese Einführung sehr erfolgreich verlaufen.

Eine weitere Herausforderung stellte die zum 3. Januar 2018 in Kraft tretende Richtlinie Markets in Financial Instruments Directive (MiFID II) dar. Mit MiFID II führt der Gesetzgeber in ganz Europa neue Regelungen ein, die einheitliche Vorgaben für Wertpapierkäufe schaffen sollen. Damit unsere Berater für die neuen Anforderungen qualifiziert sind, fanden im vergangenen Geschäftsjahr auch zu diesem Thema umfangreiche Weiterbildungen statt.

Unsere Mitarbeiter, die die persönlichen Beziehungen zu unseren Kunden gestalten, stellen für uns den entscheidenden Unterschied im Wettbewerb dar. Daran haben wir unsere Qualifizierungsmaßnahmen auch im vergangenen Geschäftsjahr ausgerichtet. Stetiges und intensives Training sichert die hervorragende Beratungsqualität unseres Hauses nachhaltig. Insgesamt haben wir die Schulungstage im Rahmen unserer gezielten Personalentwicklungs- und Qualifizierungsmaßnahmen im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 65 % auf 4.154 Schulungstage erhöht. Dazu gehörten auch externe und interne Seminare, individuelle Coachings sowie Trainings am Arbeitsplatz.

Sonderleistungen

Unverändert besteht bei uns, neben diversen anderen übertariflichen Leistungen, eine betriebliche Vereinbarung für eine leistungsorientierte Vergütung. Diese wird ergänzend zur tariflich fixierten Vergütung, gemessen am Vorjahreserfolg der Bank, allen Mitarbeitern gezahlt, die zu diesem Ergebnis beigetragen haben. Zusätzlich haben die Mitarbeiter die Möglichkeit, über die Mitarbeiterkapitalbeteiligung Geschäftsguthaben aufzubauen und damit am künftigen Erfolg der Bank zu partizipieren. Da auch die persönliche Altersvorsorge zunehmend wichtiger wird, unterstützen wir unsere Mitarbeiter hierbei mit dem Abschluss von kapitalbildenden Direktversicherungen. Des Weiteren beinhaltet unsere Betriebsvereinbarung für freiwillige soziale Leistungen unter anderem Sonderurlaubstage zu persönlichen Anlässen und Zuschüsse zu gesundheitlichen Maßnahmen.

Vorgesetzten-Feedback

Die Volksbank BraWo lebt eine offene Kommunikation. Unter anderem werden regelmäßig Vorgesetzten-Feedbacks durchgeführt, so auch in 2017. In diesem Rahmen erhalten die Mitarbeiter die Möglichkeit, ihrem direkten Vorgesetzten ein qualifiziertes und umfassendes Feedback zu seinem Führungsverhalten zu geben. Kerngedanke des Vorgesetzten-Feedbacks ist, Führungskräften hiermit zu einer besseren Einschätzung ihres eigenen Verhaltens zu verhelfen sowie gegebenenfalls konkrete Hinweise zur Anpassung ihres Führungsverhaltens zu geben. Zusammenfassend betrachtet, wird das Auftreten unserer Führungskräfte in dieser Hinsicht von unseren Mitarbeitern geschätzt, was uns in deren intensiver Aus- und Weiterbildung bestärkt und in der Personalauswahl bestätigt.

Neues Konzept zur digitalen Qualifizierung

Digitalisierung steht wohl wie kaum ein anderer Begriff als Synonym für die zukünftigen Veränderungen der Arbeitswelt. Diese Thematik beschäftigt uns schon mehrere Jahre. So wurde zum Beispiel bereits vor Jahren für die gesamte Ablage ein digitales Archiv eingeführt, wir praktizieren zudem den Ansatz des papierarmen Büros. Um auch die künftigen Möglichkeiten optimal zu nutzen und unsere Kunden bestmöglich beraten zu können, stellen wir sicher, dass jeder Mitarbeiter der Volksbank BraWo seiner Funktion entsprechende Kenntnisse in diesen Bereichen mitbringt. Zu diesem Zweck haben wir uns eingehend mit diesem Thema beschäftigt. Unter dem Titel „Digitaler Führerschein“ hat der Azubi-Jahrgang 2015 ein umfassendes Schulungskonzept erarbeitet. Dazu zählen Themenbereiche wie beispielsweise elektronischer Vertrieb, Online-Geschäfte und die Kommunikation in sozialen Netzwerken.

Weitere nicht finanzielle Leistungsindikatoren

Die Volksbank BraWo lebt eine offene Kommunikation. Unter anderem werden regelmäßig Vorgesetzten-Feedbacks durchgeführt, so auch in 2017. In diesem Rahmen erhalten die Mitarbeiter die Möglichkeit, ihrem direkten Vorgesetzten ein qualifiziertes und umfassendes Feedback zu seinem Führungsverhalten zu geben. Kerngedanke des Vorgesetzten-Feedbacks ist, Führungskräften hiermit zu einer besseren Einschätzung ihres eigenen Verhaltens zu verhelfen sowie gegebenenfalls konkrete Hinweise zur Anpassung ihres Führungsverhaltens zu geben. Zusammenfassend betrachtet, wird das Auftreten unserer Führungskräfte in dieser Hinsicht von unseren Mitarbeitern geschätzt, was uns in deren intensiver Aus- und Weiterbildung bestärkt und in der Personalauswahl bestätigt.

Sonstige wichtige Vorgänge im Geschäftsjahr

Die im Geschäftsjahr 2016 begonnene steuerliche Außenprüfung ist im Berichtszeitraum weiterhin nicht abgeschlossen. Die Prüfungsanordnungen erfolgten auch für die Volksbank Peine eG. Der Prüfungszeitraum umfasst die Geschäftsjahre 2010 bis 2016. Eventuelle Ergebnisauswirkungen sind unverändert noch nicht absehbar

In 2017 haben wir die folgenden Veränderungen an unserem Geschäftsstellennetz vorgenommen:

  • Aus der Präsenzgeschäftsstelle Wolfsburg Drömling Center wurde eine SB-Geschäftsstelle.
  • Die Geschäftsstellen Peine Bahnhofstraße und Am Markt wurden Am Markt zusammengelegt.
  • Die SB-Geschäftsstelle Schandelah und der GAA-Standort Gifhorn Campus Klinikum wurden geschlossen.

zurück