Voraussichtliche Entwicklung (Prognosebericht)

Die Weltwirtschaft zeigt sich zum Jahresbeginn 2017 in einer robusten Verfassung. Die durch den Ausgang der Präsidentenwahlen in den USA und den Antrag der britischen Regierung für den EU-Austritt (Brexit) geschürte wirtschaftspolitische Unsicherheit scheint bisher keine spürbaren negativen Auswirkungen auf die Finanzmärkte und die Realwirtschaft zu haben.

Der jüngsten Wachstumsprognose des Internationalen Währungsfonds zufolge dürfte die weltweite Konjunktur 2017 weiter an Fahrt aufnehmen. Insgesamt wird ein Wachstum von 3,4 % in 2017 und 3,6 % in 2018 erwartet. Im Jahresdurchschnitt wird für 2017 mit einem Wechselkurs von 1,04 US-Dollar pro Euro gerechnet. Die Rohölpreise werden im Durchschnitt bei 52 US-Dollar pro Barrel eingeschätzt.

Für die US-Notenbank FED sehen die Experten eine Fortsetzung der Leitzinsanhebungen voraus. Hinsichtlich der Geldpolitik im Euroraum wird damit gerechnet, dass die EZB ihr Anleihekaufprogramm im angekündigten Umfang verwirklichen wird.

Die deutsche Wirtschaft befindet sich laut Bundesbank und nach Einschätzung namhafter Konjunkturforscher in einem soliden Aufschwung. Die Experten erwarten ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,5 % in 2017 und 1,8 % in 2018. Hauptstütze des Wachstums ist die Binnennachfrage, die von der günstigen Arbeitsmarktlage und steigenden Einkommen der privaten Haushalte profitiert. Es wird allerdings erwartet, dass sich die gegenwärtig sehr vorteilhaften Rahmenbedingungen in den darauffolgenden Jahren etwas eintrüben werden. Die Beschäftigung dürfte demografisch bedingt weniger dynamisch zulegen und steigende Energiepreise werden die Kaufkraft der Verbraucher schmälern. Die Auslandsgeschäfte, die im kommenden Jahr noch unter dem verhaltenen Wachstum des Welthandels leiden, dürften sich zwar im Einklang mit den Absatzmärkten der deutschen Exporteure langsam verstärken. Dies wird aber voraussichtlich keinen vollständigen Ausgleich für die weniger schwungvolle Binnenkonjunktur bieten.

Die aufsichtsrechtlichen und regulatorischen Anforderungen sowie das weiterhin niedrige Zinsniveau werden für die Bankenbranche in den Jahren 2017 und 2018 weiterhin große Herausforderungen zur Folge haben.

Im Kundengeschäft erwarten wir einen unverändert harten Wettbewerb und sich weiter entwickelnde Kundenansprüche, für die wir uns mit unserem Geschäftsmodell und unserer Beratungs- und Produktphilosophie gut aufgestellt sehen. In den kommenden Jahren werden wir daher an unserer bewährten geschäftspolitischen Ausrichtung festhalten. Dazu zählt, neben der konsequenten Nutzung aller sich bietender Potenziale für Ertragssteigerungen und Kostenreduzierungen, auch der Ausbau der strategischen Wettbewerbsvorteile unserer Bank: Nähe, hohe Expertise der regionalen Märkte und qualifizierte Problemlösung aller Finanzangelegenheiten unserer Privat- und mittelständischen Kunden.

Trotz des unverändert hohen Wettbewerbs planen wir für die Geschäftsjahre 2017 und 2018 einen Ausbau unseres Geschäftsvolumens von 3,0 %.

Für das Kundenkreditgeschäft sehen wir verschiedene Faktoren, die das Wachstum weiter unterstützen: Bedingt durch die stabile Konjunktur planen wir bei den Firmenkunden mit weiteren Inanspruchnahmen eingeräumter Kreditlinien bzw. mit stabilen Nachfragen nach Investitionskrediten. Zudem wollen wir einen Fokus weiterhin auf eine gezielte Neukundengewinnung von bonitätsstarken Unternehmen legen. Angesichts des anhaltenden Niedrigzinsniveaus und der hohen Präferenz für Wohnimmobilien erwarten wir ebenfalls bei den Privatkunden eine laufende Nachfrage nach Krediten für den Erwerb oder Bau von Wohneigentum. Den Nachfrageschwerpunkt erwarten wir bei langfristigen Finanzierungen.

Bei den Kundeneinlagen sehen wir, trotz des niedrigen Zinsniveaus, in der uneingeschränkten Sicherheit der Einlagen sowie in unserer hohen Beratungsqualität zwei zentrale Erfolgsfaktoren für das künftige Wachstum. Die Anleger werden jedoch auch alternative Vermögensbeimischungen, z. B. in Form von Wertpapieren und Fonds, suchen.

Die Ertragslage wird auch in den Geschäftsjahren 2017 und 2018 durch das Niedrigzinsumfeld geprägt sein. Bei den Kundenkrediten und den Eigenanlagen werden weiterhin die Wiederanlageeffekte zu rückläufigen Zinserträgen führen.

Ungeachtet der Entscheidung der EZB, Negativzinsen zu berechnen, sehen wir aufgrund des intensiven Wettbewerbs derzeit kaum Möglichkeiten, diese umfassend an unsere Privatkunden weiterzureichen. Vor diesem Hintergrund ist es unser Ziel, durch Volumensteigerungen den rückläufigen Zinseffekt zu kompensieren.

Positiv auf die Ertragslage dürften sich die steigenden Gewinnausschüttungen aus unseren Beteiligungen und Tochtergesellschaften auswirken. Zudem rechnen wir beim Provisionsüberschuss mit weiteren Steigerungen. Diese sollen insbesondere aus der Vermittlung von Wertpapieren sowie aus der Vermittlung von Immobilien, Versicherungen und Krediten an unsere Partner der Genossenschaftlichen FinanzGruppe resultieren. Des Weiteren planen wir eine bedarfsgerechte Anpassung der Kontomodelle.

Für die Jahre 2017 und 2018 gehen wir, absolut betrachtet, von einer moderaten Erhöhung des gewöhnlichen Verwaltungsaufwandes aus. Lohnsteigerungen aus Tarifabschlüssen werden die Personalaufwendungen und allgemeine Preissteigerungen die anderen Verwaltungsaufwendungen leicht steigen lassen. Aus der relativen Betrachtung des Verwaltungsaufwands (in Bezug zum durchschnittlichen Geschäftsvolumen) ist erkennbar, dass sich dieser im Zeitverlauf reduziert, was u. a. auch auf Synergieeffekte aus der Fusion zurückzuführen ist.

In der Gesamtbetrachtung erwarten wir für die Folgejahre jeweils ein höheres Betriebsergebnis vor Bewertung als im Berichtsjahr. Beim Bewertungsergebnis gehen wir von keinen nennenswerten Risikobelastungen aus, sodass sich das Ergebnis auf dem Niveau der Vorjahre bewegen dürfte.
Die geplanten Jahresüberschüsse werden sich in den kommenden Jahren weiterhin auf einem überdurchschnittlichen Niveau bewegen. Dies ermöglicht uns, unser Eigenkapital durch die Dotierung von Rücklagen weiter zu stärken. Von einer geordneten Finanz- und Liquiditätslage gehen wir zukünftig aus.

Im Falle einer unerwarteten allgemeinen Abschwächung der Konjunktur bzw. einer unerwarteten und erheblichen wirtschaftlichen Verschlechterung in unserer Region, z. B. als Folge von ‚Diesel-Gate‘ bei Volkswagen, sehen wir wesentliche Risiken für unsere geplante geschäftliche Entwicklung. Konsequenzen hieraus wären eine deutlich sinkende Kreditnachfrage sowie ein Anstieg der Insolvenzen und der Arbeitslosenquote, was perspektivisch zu steigenden Kreditausfällen im Kundengeschäft und zu einer daraus resultierenden höheren Risikovorsorge führen könnte. In einem solchen Szenario wären die geplanten Volumina und Umsätze im Kredit- und Dienstleistungsgeschäft nicht realisierbar. Bestandsgefährdende
Risiken für unser Haus sind jedoch auch dann nicht erkennbar.

In Bezug auf den erwarteten Geschäftsverlauf liegen wesentliche Chancen in einer besser als prognostiziert verlaufenden konjunkturellen Entwicklung und in einer über den Erwartungen liegenden Börsenentwicklung, die zu deutlich höheren Wertpapierumsätzen führen würde.

Angesichts der sehr soliden Vermögens- und Ertragslage sowie unserer regionalen Marktkenntnis und stabilen Marktposition sehen wir uns für die Zukunft gut gerüstet und erwarten, unsere positive Entwicklung in den kommenden Jahren weiter fortsetzen zu können.

Nach der in 2016 erfolgten Verschmelzung mit der Volksbank Peine werden für das Gesamtinstitut unmittelbar neue Wachstumsmöglichkeiten in dem erweiterten Geschäftsgebiet erschlossen.

Die obigen Ausführungen enthalten die Zukunft betreffende Erwartungen und Prognosen. Die zukunftsgerichteten Aussagen beruhen auf Planannahmen und Schätzungen und unterliegen Unsicherheiten und Risiken. Es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die sich auf unsere Geschäftsentwicklung auswirken, jedoch außerhalb unseres Einflussbereichs liegen. Exemplarisch seien hier die konjunkturelle Entwicklung und die weitere Entwicklung der Finanz- und Kapitalmärkte genannt. Daher möchten wir abschließend darauf hinweisen, dass – soweit wir vorstehend Prognosen und Erwartungen geäußert haben oder unsere Aussagen die Zukunft betreffen – die tatsächlichen Ergebnisse und Entwicklungen hiervon abweichen können.

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