Professionelles gesellschaftliches Engagement

Treffend.

„Die Zukunft gehört dem, der sie wirkungsvoll und professionell mitgestaltet.“ Diesem Motto folgend startete das EngagementZentrum im November 2016 seine Crowdfunding-Plattform. „Aktuell sind wir noch in der Startphase. Alle Beteiligten sammeln Erfahrungen mit dieser Form der Online-Spendenakquise“, berichtete Malte Schumacher, Geschäftsführer des EngagementZentrums.

Mit Crowdfunding auf der Zielgeraden (v. li. Kea Meiners, Martin Habeck, Malte Schumacher)

Gemeinsam für Gemeinwohl

„Wertvolles Fundraising-Instrument für Non-Profit-Organisationen“, so könnte die vom EngagementZentrum ins Leben gerufene regionale Crowdfunding-Plattform auch bezeichnet werden. Ziel ist, gemeinnützigen Organisationen bei ihrer Spendensuche ein kostenfreies Online-Tool zur Verfügung zu stellen. Aus Sicht von Malte Schumacher liegen gerade hinsichtlich der Professionalisierung beim Einwerben von Geld große Herausforderungen vor den Non-Profit-Organisationen (NPOs). „Nur wenn allen Beteiligten klar ist, dass die Beschaffung finanzieller Mittel den kontinuierlichen Einsatz von Ressourcen erfordert, kann die Organisation im Bereich Fundraising nachhaltig erfolgreich sein“, fasst er die Entwicklungspotenziale für NPOs zusammen. Und an diesem Punkt kommt Gemeinwohl-orientiertes Crowdfunding als ein weiteres Fundraising-Instrument für NPOs ins Spiel. Der besondere Charme der Idee liegt darin, dass eine Vielzahl von Menschen ein einzelnes Projekt finanziell unterstützt.

Einer der Ersten, der sich auf diese neue Idee eingelassen hat, ist der Ruderklub Normannia Braunschweig e. V. Über die Plattform generierte der Verein 5.360 Euro, die in die Finanzierung eines neuen Ruderboots fließen. Über seine Erfahrungen mit dem für ihn bislang unbekannten Weg des Fundraisings berichtet Klub-Schatzmeister Martin Habeck.

Mit Crowdfunding auf der Zielgeraden

Herr Habeck, wie ist die Idee entstanden, Spendengelder über die Plattform des EngagementZentrums zu sammeln?

M. H.: Das Thema Crowdfunding empfahl uns die Volksbank BraWo im Rahmen eines Gesprächs, bei dem unser Ruderklub die Möglichkeiten einer finanziellen Unterstützung seitens der Volksbank erörtern wollte.

Wie hoch schätzen Sie den Aufwand ein, um Geldgeber/Spender für Ihr Projekt zu gewinnen?

M. H.: Der Aufwand für eine möglichst ansprechende Darstellung des Projekts ist nicht so gering, denn nur mit einem bestimmten Wissensstand lassen sich die geforderten Kommunikationsmedien (Videoclip) ansprechend vorbereiten. Wir haben an diesem Punkt ordentlich Zeit investiert und viel Lob geerntet, auch wenn Lob nicht immer gleich bedeutend damit ist, dass wir im gleichen Atemzug eine Spende erhalten haben.

Welche Fragestellungen ergaben sich, als das Projekt angelaufen war?

M. H.: Prinzipiell ist das Thema Crowdfunding bei den meisten Freunden, Bekannten und Familienmitgliedern komplett unbekannt. Personen, die in unserem Fall nicht per se Rudersport-affin veranlagt sind, kann man das Projekt zwar nahebringen, aber verstehen allein reicht an dieser Stelle nicht aus. Für eine Spende muss der Geldgeber auch auf der emotionalen Ebene angesprochen werden. Außerdem mussten sich unsere Mitglieder erst daran gewöhnen, das Crowdfunding-Projekt im privaten Umfeld zu thematisieren, sie wollten nicht in den Ruch des ‚Anbettelns‘ geraten.

Sie haben ihr Ziel erreicht. Welches Fazit ziehen Sie aus dieser Aktion?

M. H.: Auf jeden Fall ein Positives. Wir haben die anvisierte Summe innerhalb von ungefähr zehn Wochen erreicht. Inzwischen ist das Boot bestellt und wir erwarten schon voller Spannung die Lieferung im Sommer 2017. Außerdem haben wir einige Erfahrungen gesammelt. Mit dem Erfolg im Rücken würde es uns jetzt viel leichter fallen, für ein neues Crowdfunding-Projekt zu werben. Auch könnten wir einige Wege abkürzen, was uns vor allem Zeit sparen würde. Mit Crowdfunding hat sich uns ein neuer Finanzierungskanal eröffnet.