Baufinanzierung - Darauf müssen Sie achten

Der Kauf eines Hauses zählt wohl zu den größten Schritten im Leben eines Menschen. Umso wichtiger ist es, das Vorhaben sorgfältig und solide zu planen. Florian Kull, Leiter der Baufinanzierung bei der Volksbank BraWo, erklärt, worauf Sie bei der Baufinanzierung achten müssen, damit Ihr Traum vom Eigenheim Realität werden kann.

So gelingt die Baufinanzierung

Budgetplanung ist das A und O

Grundlage für eine Baufinanzierung ist zunächst eine genaue Budgetplanung. Hierzu ist es erforderlich, die drei folgenden Fragen zu beantworten:

  • Wie viel Eigenkapital steht mir zur Verfügung?
  • Wie schnell kann ich dieses Eigenkapital verfügbar machen?
  • Wie groß ist mein monatlicher finanzieller Spielraum?

Eigenkapital auflisten und verfügbar machen

Wie viel Geld können Sie aus eigener Kraft für die Finanzierung der Immobilie aufbringen? Dazu zählen neben dem gesparten Geld auf dem Konto unter anderem ein Bausparvertrag, ein Wohn-Riester und der Besitz von Aktien oder anderen Wertgegenständen wie zum Beispiel Edelmetallen. Je größer der Prozentsatz an Eigenkapital bei der Baufinanzierung, desto niedriger der Zinssatz für den Kredit. Die Faustregel besagt, dass das Eigenkapital mindestens 10 Prozent vom Gesamtvolumen betragen sollte.

Klären Sie rechtzeitig, wann und wie Sie sich die unterschiedlichen Komponenten Ihres Eigenkapitals auszahlen lassen können. Unter welchen Bedingungen wird der Bausparvertrag ausbezahlt? Und ist es ratsam, Aktien und Edelmetalle sofort zu verkaufen oder besser noch etwas zu warten? Zu diesen Fragen beraten wir Sie gerne.

Es ist übrigens ratsam, nicht das gesamte Eigenkapital in die Finanzierung zu stecken, sondern noch etwas Geld auf der hohen Kante zu belassen. Der Puffer Geld soll dazu dienen, bei unvorhergesehenen Ausgaben wie zum Beispiel der Reparatur des Autos keinen neuen Kredit beantragen zu müssen.

Differenz aus Einnahmen und Ausgaben errechnen

Die Differenz aus den Ausgaben und fixen Einnahmen entspricht dem Budget, das Ihnen als maximale Kreditrate zur Verfügung steht. Hier bietet sich eine monatliche Betrachtungsweise an.

Bei den Einnahmen ist es sinnvoll, sich auf Ihre fest kalkulierbaren Einkünfte zu konzentrieren. Bestandteile der Einnahmen können neben dem Gehalt auch Kindergeld, Mieteinnahmen etc. sein. Wenn Sie zusätzliche variable Einnahmen haben, können Sie diese (oder einen Teil davon) für Sondertilgungen nutzen oder eine Rücklage aufbauen.

Bei der Aufstellung Ihrer Ausgaben sollten Sie nicht zu knapp kalkulieren. Lebensmittel, Versicherungen, Auto inkl. Benzin, Fahrkarten, Kleidung, Abos, Ratenzahlungen, Strom, Telefon, Hobbys und Co. Hier muss wirklich alles auf den Tisch. Führen Sie am besten mind. einen Monat genau Buch über Ihre Ausgaben.

Berücksichtigen Sie zudem die Aufwendungen, die für Hausbesitzer anfallen. Dazu zählen beispielsweise Fixkosten wie Grundsteuer und Versicherungen fürs Haus. Außerdem ist es ratsam, einen Betrag für die Instandhaltung der Immobilie sowie die Kosten für eine Risikolebensversicherung einzuplanen. Gerade die letzten beiden Kostenpunkte gehen bei der Planung oftmals unter. Die aktuelle Mietzahlung müssen Sie aber nicht bei den Ausgaben mit auflisten, weil diese mit dem Umzug in die eigenen vier Wände entfällt.

Auf dem Weg in die eigenen vier Wände müssen Sie viel beachten

Bei Baufinanzierung auch die Nebenkosten berücksichtigen

Neben dem eigentlichen Kaufpreis fallen beim Kauf einer Immobilie auch Nebenkosten für die Grunderwerbssteuer sowie Notar- und Grundbuchkosten an, teilweise auch Maklergebühren. Diese Punkte machen erfahrungsgemäß ca. fünf bis sieben Prozent vom Kaufpreis aus und müssen zu diesem noch draufgeschlagen werden.

Machen Sie sich auch bewusst, dass während der Kauf- und Bauphase Doppelbelastungen auftreten können. Diese entstehen zum Beispiel, wenn Sie noch Miete für Ihre derzeitige Wohnung zahlen, während durch den teilweisen Abruf des Kredites bereits Zinsen anfallen. Kalkulieren Sie daher auch Verzögerungen beim Bau ein. Weiterhin kann es während der Bauzeit und direkt nach dem Einzug zu finanziellen Engpässen und Mehraufwendungen kommen. Dazu zählen beispielsweise Ausgaben für den Umzug, neue Möbel, Einrichtungsgegenstände und Gartengeräte sowie Material und Werkzeuge bei Eigenleistungen.

Während der Planungsphase empfehle ich Ihnen eine Finanzierungsberatung. Anhand der Ergebnisse können Sie einen finanziellen Rahmen abstecken, in dem sich die Suche für das gewünschte Haus bewegen wird. Immobilien und Bauprojekte, die diesen Rahmen sprengen, können Sie dann direkt verwerfen und sich auf die Optionen in dem Preisrahmen konzentrieren.

Zinsbindung bei der Baufinanzierung

Bei der Zinsbindung gilt: Je kürzer die Laufzeit, desto niedriger der Zinssatz für den Kredit. Üblich ist eine Zinsbindung über 10 oder 20 Jahre, teilweise kann man die Zinsen auch auf 25 oder 30 Jahre festschreiben lassen. Vorsicht: Wenn die Zinsbindung z.B. nach 10 Jahren ausläuft, kann der Fall eintreten, dass die Zinsen dann höher sind als beim Vertragsabschluss und sich die monatlichen Raten für den Kredit entsprechend erhöhen.

Mit einer Zinsbindung von 20, 25 oder sogar 30 Jahren sind Sie auf der sicheren Seite und müssen sich keine Gedanken über steigende Zinsen machen. Nach zehn Jahren haben Sie ohnehin ein gesetzlich festgelegtes Sonderkündigungsrecht und können einen neuen Vertrag abschließen, wenn Sie dann die Aussicht auf bessere Konditionen haben.

Finanziellen Rahmen abstecken

Insgesamt gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten, eine Baufinanzierung aufzustellen. In der Regel gibt es nicht die am Ende einzig richtige Lösung, sondern immer mehrere Varianten, abhängig von mehreren Variablen. Dazu zählen unter anderem:

  • Gewünschte Darlehenssumme
  • Höhe des Eigenkapitals
  • Nutzung von KfW-Krediten
  • Dauer der Zinsbindung
  • Gewünschte Tilgungsrate
  • Sondertilgungs-Optionen

Grundsätzlich ist es wichtig, dass Sie sich mit Ihrer Finanzierungslösung wohlfüllen – schließlich handelt es sich um eine Entscheidung von Tragweite mit Auswirkungen auf viele Jahre.

Gerne helfen Ihnen die Berater der Volksbank BraWo bei der Baufinanzierung weiter. Unser Beratungsprinzip basiert darauf, zusammen eine optimale Lösung zu erarbeiten. Das mag etwas mehr Zeit brauchen, als ein Hauruckverfahren in Anspruch nimmt, aber dafür bleiben am Ende keine Fragen mehr offen.

Haben Sie Fragen zur Baufinanzierung oder andere Fragen rund um Immobilien? Schreiben Sie uns eine E-Mail an bauberater(at)vbbrawo. Unsere Immobilien-Experten antworten Ihnen gerne.

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