Vorstandsmitglied Michael Müller geht in Ruhestand

Nach 27 Jahren als Vorstandsmitglied bei der Volksbank geht Michael F. Müller in den Ruhestand. Das BraWo aktuell Team hatte die Gelegenheit, ihn in seinem Büro im BraWoPark Business Center II über den Dächern von Braunschweig zu interviewen.


 Was überwiegt? Vorfreude auf den Ruhestand oder leise Wehmut?

Ich will ehrlich sein: Die Frage ist nicht leicht zu beantworten, weil wenn man mit der Bank verbunden ist, mit den Mitarbeitern und natürlich auch mit unserem Erfolg, dann steht der Wehmut vollkommen im Vordergrund. Aber Zeit für die Familie, für die Hobbies zu haben ist natürlich auch perfekt. Insofern gleicht sich die Waage aus.

Was sind Ihre Pläne für die nächste Zeit?

Seit meiner Jugendzeit bin ich ja Feuerwehrmann, also mit dem Ehrenamt verbunden und meine Kameraden haben schon gefragt, ob ich ein wenig Zeit für sie wieder opfern werde. Das bin ich natürlich gerne bereit zu tun.

Würden Sie heute als junger Mensch wieder den Beruf Banker wählen?

Ich will ehrlich sein: Für mich ist es der weltbeste Beruf! Wer gerne mit Menschen zu tun hat, wer gerne Leistung zeigt, wer gerne Problemlösungen sucht, ist in dem Beruf der Bankkauffrau und des Bankkaufmanns hervorragen positioniert. Und es ist einfach immer wieder schön zu sehen, dass man Menschen helfen kann.

Sie sind seit 44 Jahren Banker. Was hat Sie zur Volksbank geführt?

Das war ein ganz kurioser Weg. Die Schwester eines guten Freundes hat bei der Volksbank gearbeitet und sie hat dann immer geschildert, wie der Umgang miteinander ist, wie schön die Gemeinschaft ist, wie man mit den Kunden umgehen kann. Das hat mich interessiert. Gerade auch das Wertesystem der Volksbank, die gerade bei uns im Ort sehr gut vernetzt und verbunden war. Da war der Weg vorgezeichnet.

Worauf sind Sie rückblickend am meisten stolz?

Es gibt viele Situationen. Am meisten stolz bin ich, dass wir das gemeinsam geschafft haben. Der Erfolg der Bank ist keine Leistung des Vorstandes allein, sondern der kompletten Mannschaft – und da beziehe ich auch den Aufsichtsrat mit ein – dass man hier zielorientiert, gemeinsam an einem Strang zieht, das ist eigentlich das schönste Erlebnis.

Die Bankenwelt hat sich enorm verändert. Was sind die größten Herausforderungen?

Herausforderungen und Veränderungen gab es schon immer in der Bankenbranche. Die größte Herausforderung sehe ich jetzt darin, dass man auch die Kunden und die Mitarbeiter bei diesen Veränderungsprozess mitnimmt. Es wird immer über Digitalisierung gesprochen. Technik gab es schon immer in der Bank - jedenfalls zu meiner Zeit - und der Bruch ist heute insofern sehr krass, weil die Kunden in diesen Prozess mit eingebunden sind. Hier gilt es Aufklärungsarbeit zu leisten. Heute ist kein Kunde mehr bereit für eine Standardleistung sich die Zeit zu nehmen und in die Bank zu kommen. Insofern ist es schön, dass er das von Zuhause oder mit seinem Smartphone unterwegs erledigen kann. Aber das können im Augenblick noch nicht alle Kunden. Und die Kunden, die daran interessiert sind, die es aber noch nicht können, mitzunehmen, das ist eine sehr große Herausforderung.

Aus Ihrer Sicht heute: Wie sieht eine Bank in 10 Jahren aus?

Ich kann natürlich nicht beantworten, wie eine Bank in 10 Jahren aussieht. Tendenzen sind aber schon ersichtlich. Was für den Kunden wirklich vorteilhaft sein wird ist, dass man sich auch von Zuhause aus beraten lassen kann – über Videoberatung. Es ist technisch gesehen überhaupt kein Problem sich mit der Bank zu vernetzen und auf der anderen Seite einen kompetenten Gesprächspartner oder auch Gesprächspartnerin zu bekommen. Ich glaube diese Entwicklung werden wir sehen in den nächsten Jahren. Das wird von Vorteil für die Kunden sein, weil sie nicht mehr an Zeit und Ort gebunden sind.

Möchten Sie zum Abschluss noch etwas loswerden?

Ich hatte eigentlich auf die Frage gewartet: „Was geben Sie Ihren Nachfolgern mit?“ Dieses Mitgeben ist ja immer damit verbunden, dass man etwas besser weiß oder dass da ein Veränderungsprozess im Prinzip eingeleitet wird. Also: „Denkt hieran oder denkt daran.“ Das ist Gott sei Dank bei uns nicht der Fall. Wir haben eine Top Mannschaft, nicht nur im Bereich der Mitarbeiter, sondern auch im Vorstand. Der gesamte Vorstand ist gut eingespielt. Das Einzige, was ich vielleicht mitgeben würde ist: Macht es einfach weiter so!

Michael F. Müller, Foto: Volksbank BraWo

Michael F. Müller, Foto: Volksbank BraWo

 

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