Pop-Oratorium: Großes „Luther“-Finale in Braunschweig

1300 Sänger aus der Region proben für das außergewöhnliche Pop-Oratorium Luther am 3. Februar 2018 in der Volkswagenhalle in Braunschweig. Die Zuschauer erwartet ein spannendes Bühnenstück über Luther, Politik und Religion im Mittelalter. Wer noch auf der Suche nach einem besonderen Weihnachtsgeschenk ist, sollte sich schnell Tickets sichern.

Logo Pop Oratorium Luther

Die Stühle in der Magnikirche sind an diesem verregneten November-Sonnabend voll besetzt. Es übt ein gemischter Chor von etwa 250 Frauen und Männern. Voller Inbrunst sind die Sängerinnen und Sänger bei der Sache. Heike Kieckhöfel, Propsteikantorin der Evangelischen-Lutherischen Propstei Braunschweig, kanalisiert die Begeisterung als Chorleiterin und Dirigentin in ein außergewöhnliches Klangerlebnis. Dabei ist dies erst die Probe des kleineren Chorteils zum Pop-Oratorium „Luther“, das am 3. Februar 2018 in der Volkswagenhalle aufgeführt wird.

Spannende Geschichte über Luther, Politik und Religion im Mittelalter

Das Bühnenstück besteht aus 20 neu komponierten Liedern sowie traditionellen Chorälen. Im Mittelpunkt der Handlung steht Martin Luther, der 1521 vor dem Reichstag von Worms aufgefordert ist, seine kirchenkritischen Aussagen zu widerrufen. Mit Rückblenden und Ausblicken rund um das dortige Geschehen erzählt das Pop-Oratorium von Luthers Ringen um die biblische Wahrheit und von seinem Kampf gegen Obrigkeit und Kirche – eine spannende Geschichte über Politik und Religion ebenso wie über die Person Martin Luther.

Heike Kieckhöfel wird eine von zwei Dirigenten des großen Chores sein. Keine Frage, dass sie das auch im großen Stil im Griff haben wird. Sie ist bereits bei der Probe enorm präsent. Sie motiviert die Sängerinnen und Sänger, geht aus sich heraus und dirigiert mit voller Leidenschaft. „Das muss so sein, bei so vielen Leuten. Sonst wird man nicht richtig wahrgenommen“, verdeutlicht die engagierte Frau. Die Hymne der Reformation „Ein feste Burg ist unser Gott“ aus 250 Kehlen sorgt jedenfalls schon während der kleinen Probe in der Magnikirche für Gänsehaut-Atmosphäre und macht Lust auf mehr.

Laienchorprojekt sorgt für Begeisterungsstürme

Die große Inszenierung in Braunschweig ist der Abschluss des bundesweiten Laienchorprojekts der Stiftung Creative Kirche, das landauf, landab für Begeisterungsstürme beim Publikum sorgte. Das Konzept, örtliche Sängerinnen und Sänger für die Mammut-Chöre zu finden, ging auf wie bei dem Vorläuferprojekt „Die 10 Gebote“. Auch dabei waren Komponist Dieter Falk (u.a. PUR) und Autor Michael Kunze (u.a. Tanz der Vampire) die Erfolgsgaranten. Eingängige Popmusik mit verständlichen Texten und die imponierenden Chöre dahinter bedeuten bei „Luther“ erneut ein unvergessliches Musikereignis, das bereits aus Berlin im Fernsehen übertragen wurde.

Veranstalter in Braunschweig ist die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig. „Ursprünglich sollte das Stück am 31. Oktober in Berlin zum letzten Mal aufgeführt werden. Doch für Braunschweig wird noch eine Show angehängt. Anlass ist das Jubiläum zum 450-jährigen Bestehen der Landeskirche“, erläutert Sprecher Michael Strauss. Möglich wurde dies durch die Unterstützung der Volksbank BraWo und den guten Kontakten zur Creativen Kirche, die sich bei dem sehr erfolgreichen Gospel-Kirchentag 2016 in Braunschweig ergeben haben.

„Singen verbindet“

„Wir bringen Luther den Menschen mit dem Oratorium auf sehr populäre Weise nahe. Wir erreichen so auch Menschen, die nicht regelmäßig in die Kirchen gehen. Das Pop-Oratorium wird ein musikalisches Highlight“, verspricht Landesbischof Dr. Christoph Meyns. Für Carsten Ueberschär, Leiter der Direktion Braunschweig der Volksbank BraWo, hat die Unterstützung eine hohe Symbolkraft: „Singen verbindet. Durch das Zusammenwirken entsteht etwas Neues, etwas Besonderes. Und wie bei einer Genossenschaftsbank hat im Chor jedes Mitglied eine Stimme."

„Wir zeigen mit der Förderung, dass unsere langjährige Partnerschaft mit der Landeskirche auf stabilem Fundament steht. Gerne setzen wir unsere Unterstützung nach dem erfolgreichen Gospelkirchentag fort“, ergänzt Stefan Riecher, Direktor der Braunschweiger Privatbank. Co-Sponsor ist die VR-Stiftung.

Die Köpfe hinter dem Pop-Oratorium Luther in BraunschweigFoto: Freuen sich auf die Aufführung in Braunschweig (v. l. n. r.): Stefan Riecher (Leiter Braunschweiger Privatbank), Oberlandeskirchenrat Dr. Jörg Mayer, Landesbischof Dr. Christoph Meyns und Carsten Ueberschär (Volksbank BraWo, Leiter der Direktion Braunschweig)

In der Volkswagenhalle wird der Laienchor 1300 Stimmen stark sein. Er setzt sich zusammen aus einer Reihe von Chören aus der Region sowie einzelnen Sängern. Die zwölf Musical-Darsteller sowie die Musiker von Orchester und Band sind dagegen Profis. Alle proben erstmals am 21. Januar 2018 in der Stadthalle gemeinsam und dann zwei Wochen später bei der Generalprobe in der Volkswagenhalle am Aufführungstag noch einmal.

Sänger aus der Region – und darüber hinaus

Mit dabei ist auch Mathilde Schinnen aus Peine. Nachdem sie das Motivationsvideo von Eckhard von Hirschhausen auf der Internetseite des Pop-Oratoriums gesehen hatte, war ihr klar, dass sie „totale Lust darauf hat, in einem so großen Projektchor mitzusingen.“ Sie ist Musiklehrerin und selbst Chorleiterin. „Die Kombination aus Kirchenmusik sowie Pop- und Rockmusik fasziniert mich“, erzählt sie. Zur Probe hat sie ihren sieben Wochen alten Sohn Felix und ihren Mann Tobias mitgebracht.

Ein Teil der Sänger hat auch weite Wege auf sich genommen, um an dem Pop-Oratorium mitwirken zu können. Sabine Heckersbruch ist mit Tochter Charlotte (10) extra aus dem 330 Kilometer entfernten Gummersbach angereist. Die Mutter singt seit einem Jahr im Chor und hat ihre Tochter schnell mit dem Gesangsvirus angesteckt. „Charlotte kennt jetzt schon alle Texte auswendig“, berichtet sie. Rund 100 Kilometer weniger Anreise hat Wolfgang Bahn aus Ostwestfalen. Der pensionierte Lehrer hatte das Open-Air in Wittenberg besucht und begeistert festgestellt, „dass das genau meine Musik ist.“ Die letzte Chance, doch noch dabei zu sein, biete sich in Braunschweig. Deswegen ist er hier in der Magnikirche. „Es ist ein Traum, der sich erfüllt“, sagt der 63-jährige Hobby-Posaunist.

Chorprobe für den großen Tag am 03. Februar 2018Chorprobe in der Magnikirche für den großen Tag am 03. Februar in der Volkswagenhalle

Tickets fürs Luther-Oratorium in Braunschweig

Tickets für die außergewöhnliche Veranstaltung erhalten Sie im Vorverkauf online unter www.luther-oratorium.de oder telefonisch unter 02302 28222-22. Die Preise liegen zwischen 20 und 60 Euro. Ein schönes Weihnachtsgeschenk für alle Musikliebhaber.

Nichts mehr verpassen

Anmelden und als Erster alle neuen Beiträge aus unserem Online-Magazin 'BraWo aktuell' per E-Mail erhalten!

Mit * gekennzeichnete Felder sind erforderlich.