Malerei und mehr in der Ausstellung des Kunstvereins Braunschweig

Die Bandbreite in der Kunst ist riesig. Dass es allein in der Malerei unzählige Variationsmöglichkeiten gibt, belegen Ida Ekblad und Leda Bourgogne in ihren Ausstellungen in der Villa Salve Hospes des Kunstvereins Braunschweig. Die beiden Künstlerinnen stellen dort ihre Werke vor. Dabei trifft Malerei auf Popkultur und Textilkunst. Die VR Stiftung, die Volksbank BraWo und die Braunschweiger Privatbank sind Partner der Ausstellung, die noch bis zum 18. November 2018 läuft.

Expressionistische Malerei mit Popkultur-Elementen

Ida Ekblad, Painting in windowpanes, 2018

Die Werke der Malerin Ida Ekblads sind plakativ und expressionistisch. Darin finden sich neben kunstgeschichtlichen Einflüssen des Situationismus und des abstrakten Expressionismus auch Gesten aus der Popkultur wie dem Graffiti und dem Comic wieder. Ihre Werke zeugen von einem anarchischen Geist. Sie bedient sich dabei auch an überholten oder als geschmacklos deklarierten Stilen, Motiven und Materialien westlicher (Pop-)Kultur.

Bei den Materialen setzt sie alles ein, was ihr in die Finger kommt: PVC-Farbe, Lack aus Spraydosen oder aufgeschäumte Farbwolken, wie man sie von Aufdrucken auf T-Shirts der 1980er Jahre kennt. Mal trägt sie die Farben dick auf und sorgt so für einen Materialeffekt, mal setzt sie feines Airbrush ein. Eins haben ihre Werke gemein: Die Arbeit an der Leinwand ist für sie ein stetiges Experimentieren mit malerischem Material. Sie spielt mit den Möglichkeiten.

Bei ihren Motiven Blumenmustern, Graffiti-Schriftzügen und Comic-Figuren liegt das Vergnügen im Machen und Betrachten gleichermaßen, wenn sich zum Beispiel ein putziges Dino-Baby im grünen Sprühnebel spiegelt.

Kunst an der Grenze zwischen Malerei und Textilien

Leda Bourgogne, You Are Gravity, 2018Wenn Leda Bourgogne für ihre Arbeiten Textilien aus der Bekleidungsindustrie verwendet, hat das unweigerlich etwas Körperliches. Während sich Samt- und Jerseystoffe – assoziiert mit dem Grunge der 1990er Jahre – wohlig-weich in die bildnerischen Kompositionen einfügen, vermittelt Latex – hautähnlich und fetischisiert – hingegen Kühle und Härte. Gleichwohl richten sich in ihrer Ausstellung Readymades aus inzwischen nostalgisch behafteten CD-Ständern als Rückgrat auf und Lederjacken sowie Boxhandschuhe behaupten sich als menschliche Figuren im Raum. 

Betrachter verspüren mitunter den Impuls, die vielschichtigen Oberflächen und ihre spezifischen Qualitäten ertasten zu wollen. Dabei bemerken sie Eingriffe auf den Leinwänden: eine Bleichung des Textils, ein Schnitt durch den Stoff, ein geflickter Riss gleich einer liebkosten Wunde.

Leda Bourgogne selbst behandelt ihre Arbeiten, die sich zwischen Malerei und Plastik bewegen, wie einen liebenden oder leidenden Körper. Wie in einer zwiespältigen Liebesbeziehung zwischen Begehren und Hass, verletzt sie die Leinwand, um sie sodann wieder zu versöhnen. In der Beschäftigung mit Poesie, dem Körper und dem Unterbewussten widmet sich die Künstlerin Machtverhältnissen und Identitätskonstruktionen.

Die Ausstellung in der Villa Salve Hospes ist öffentlich. Weitere Impressionen von den Werken der beiden Künstlerinnen können Sie sich hier online anschauen.

Förderung durch die VR Stiftung

Die Villa Salve Hospes (zu Deutsch: „Sei gegrüßt, Gast“) am Lessingplatz ist Sitz des Kunstvereins Braunschweig e.V. Die Braunschweiger Privatbank sowie die Volksbank BraWo und die VR Stiftung unterstützen den Kunstverein. „Es ist eine gelungene, mitunter farbenfrohe Ausstellung, die man noch bis zum 18. November gesehen haben sollte“, empfiehlt Timo Antons von der Braunschweiger Privatbank.

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