„Gewaltfrei Lernen“ vermittelt Strategien gegen Gewalt und Mobbing

Seit etwa 4 Jahren nutzt die Grundschule Völkenrode/Watenbüttel das pädagogische Präventionskonzept „Gewaltfrei Lernen“ und ist begeistert. Das von der United Kids Foundations, dem Kindernetzwerk der Volksbank BraWo, unterstützte Projekt verfolgt das Ziel, Kinder spielerisch im Umgang mit Konfliktsituationen zu stärken und ihnen ein gesundes Selbstvertrauen zu vermitteln. Zusätzlich dazu werden Lehrer, Betreuungskräfte und Eltern in der Vermittlung einheitlicher Verhaltensregeln geschult.

Foto: Volksbank BraWo/Peter SierigkDiplom-Sportlehrerin Sybille Wanders hat das Präventionskonzept „Gewaltfrei lernen“ entwickelt. Foto: Volksbank BraWo/Peter Sierigk

Ausgrenzung, Mobbing und körperliche Gewalt sind an vielen Schulen allzu oft an der Tagesordnung. Um das zu ändern, vermittelt das pädagogische Präventionskonzept „Gewaltfrei Lernen“ Schülern erfolgreiche Abwehrstrategien und soziale Kompetenzen. Die Grundschule Völkenrode/Watenbüttel hat damit beste Erfahrungen gemacht.

Schulleiterin Dörte von Hörsten registriert mit Freude, dass Streitigkeiten auf ihrem Schulhof deutlich seltener vorkommen als früher. 2013 hatte sie „Gewaltfrei lernen“ an die Schule geholt. Seitdem hat sich das Sozialverhalten aller Kinder erheblich verbessert. „Die Kinder regeln ihre Konflikte jetzt größtenteils selbst. Das ist das Ziel, sie stark zu machen, damit sie Konflikte gewaltfrei lösen können. Und wenn das mal nicht gelingt, kommen wir als Lehrer ins Spiel und unterstützen sie dabei.“

Konzept basiert auf Selbstverteidigungskursen

Diplom-Sportlehrerin Sybille Wanders, die das Konzept ausgehend von Selbstverteidigungskursen vor rund zehn Jahren entwickelt hat, trainiert in der Grundschule Völkenrode/ Watenbüttel Schülerinnen und Schüler aller vier Jahrgänge im jeweiligen Klassenverbund. Der Ansatz des gewaltfreien Lernens wird den Kindern dabei an drei Tagen in je drei 90-minütigen Einheiten vermittelt. Die Persönlichkeit, die sozialen Kompetenzen und Abwehrstrategien werden dabei unter anderem durch Bewegungsspiele vermittelt und gestärkt. Das Konzept „Gewaltfrei lernen“ baut nämlich auch auf der Körpersprache der Kinder auf. „Wir trainieren mit ihnen das sehr bewusst. Nach drei Tagen erleben wir, dass schüchterne Kinder stärker stehen. Sie werden mutiger und können sich aus Konflikten befreien“, erläutert Wanders.

„Zudem bringen wir ihnen bei, wie sie neue Freunde finden können.“ Bei „Gewaltfrei lernen“ handelt es sich um ein sogenanntes Mehr-Ebenen-Konzept. Es beinhaltet neben den Unterrichtsstunden mit den Kindern auch Einweisungen für das Lehrerkollegium, die Betreuungskräfte und die Eltern. Dadurch nähern sich die Vorstellungen von der Schule mit denen der Eltern an, so dass die Ratschläge an die Kinder weitgehend einheitlich sind. Dank der gemeinsam aufgestellten Regeln verbessert sich nicht nur das Schulklima, sondern oft auch der familiäre Alltag.

Umgang mit Konflikten wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung

So spielerisch wie Gewaltprävention funktioniert, so selbstverständlich klappt übrigens auch die Integration. Die häufigen Partnerübungen in wechselnden Konstellationen helfen auch, etwaige Berührungsängste abzubauen.

Die Kolleginnen von Dörte von Hörsten schätzen die Mischung aus Bewegungsförderung und Konfliktbewältigung. „Ich halte das Projekt für sehr nachhaltig, weil die Kinder nicht nur in der Schule, sondern auch darüber hinaus in Konflikte geraten können. Eltern versuchen oft, Konflikte von ihren Kindern fernzuhalten. Aber das wird auf Dauer nicht gelingen“, meint Sportlehrerin Nina Riedemann. Wichtig sei, dass die Kinder lernen, damit umzugehen und Konflikte nicht nur negativ sehen.

Die Volksbank BraWo unterstützt das gewaltfreie Lernen. Unter www.united-kids-foundations.de finden Sie ein Video zu der Umsetzung an der Grundschule Völkenrode/ Watenbüttel.

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