Versicherung und Co.: Was Sie vor der Fahrt mit dem E-Scooter wissen müssen

Seit dem 15. Juni 2019 dürfen E-Scooter auf deutschen Straßen fahren. BraWo aktuell gibt Ihnen die Antworten auf alle Fragen rund um den Versicherungsschutz, Höchstgeschwindigkeit, Promillegrenze und Fahrten im Ausland.

Für die Fahrt mit dem E-Scooter brauchen Sie eine versicherungFür die Fahrt mit dem E-Scooter (r.) brauchen Sie eine Versicherung // fotolia: zinkevych

1. Welche Voraussetzungen muss ein E-Scooter erfüllen, um am öffentlichen Straßenverkehr teilzunehmen?

Zum einen braucht der E-Scooter eine Allgemeine Betriebserlaubnis oder eine Einzelbetriebserlaubnis. Zum anderen besteht für E-Scooter eine Versicherungspflicht. Für jeden Scooter muss daher eine eigene Kfz-Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden.

2. Brauche ich für ein E-Scooter ein eigenes Kennzeichen?

Ja, für den E-Scooter ist eine selbstklebende Versicherungsplakette Pflicht. Ohne eine aufgeklebte Versicherungsplakette dürfen die elektrischen Tretroller nicht auf öffentlichen Straßen oder Plätzen gefahren werden.

3. Wo und wie schnell bekomme ich das Kennzeichen?

Sobald die Verordnung in Kraft tritt, ist die Versicherungsplakette über den Kfz-Versicherer erhältlich. Die Plakette bekommen Sie innerhalb kürzester Zeit. Gerne macht Ihnen zum Beispiel die R+V Versicherung kurzfristig ein konkretes Angebot. Die können dazu auch in die Filialen der Volksbank BraWo kommen.

4. Was passiert, wenn ich ohne Versicherungsplakette unterwegs bin?

Wer einen Elektro-Scooter ohne Versicherungsplakette bzw. ohne die notwendige Haftpflichtversicherung auf öffentlichen Wegen oder Plätzen verwendet, macht sich strafbar und riskiert empfindliche Strafen. Nach einem Unfall kann es zudem unter Umständen zu hohen Schadenersatzforderungen kommen, die der Fahrer in diesem Fall aus eigener Tasche bezahlen muss.

5. Was passiert, wenn ich mit meinem Elektro-Scooter einen Unfall verursache?

Die Kfz-Haftpflichtversicherung kommt für den entstandenen Schaden beim Unfallgegner auf. Mit Hilfe einer Unfallversicherung lassen sich die Folgen von eigenen Verletzungen nach einem Unfall absichern.

6. Wer zahlt den Schaden, wenn mein Elektro-Scooter geklaut wird?

Einige Versicherer bieten Kasko-Versicherungen für die Tretroller an, die Diebstahl abdecken.

7. Ab welchem Alter dürfen E-Scooter gefahren werden?

Nur Personen, die älter als 14 Jahre sind, dürfen mit einem E-Scooter fahren.

8. Kann ein minderjähriger Fahrer eine eigene Versicherung abschließen?

Eine minderjährige Person kann eine Versicherung nur mit Einwilligung der Eltern abschließen.

9. Kann ich den E-Scooter in eine bestehende Kfz-Haftpflichtversicherung integrieren?

Nein, der E-Scooter ist ein eigenständiges Fahrzeug und braucht daher auch eine eigenständige Kfz-Versicherung.

10. Warum schützt die private Haftpflichtversicherung nicht, wie sie es beim E-Bike tut?

Fährt man mit einem E-Bike oder Pedelec, muss man selbst immer noch in die Pedale treten, denn der Motor unterstützt nur die Tretkraft des Radfahrers. Daher gelten sie nicht als Kraftfahrzeug, sondern als Fahrrad. Für (Kraft-)Fahrzeuge, die man auch fahren kann, ohne eigene Kraft aufzuwenden, verlangt der Gesetzgeber eine separate Versicherung.

11. Welche Promillegrenze gilt für Fahrten mit dem E-Sooter?

Anders als bei Fahrrädern oder E-Bikes gelten für E-Scooter die strengeren Promillegrenze für Kraftfahrzeuge. Das heißt, für Fahranfänger gilt die 0,0 Promillegrenze, für alle anderen Fahrer ist mit 0,5 Promille Alkohol im Blut Schluss. Ansonsten droht ein Bußgeld und ein Fahrverbot.

Anders als bei Fahrrädern oder auch E-Bikes gelten für E-Scooter die strengeren Promillegrenzen für Kraftfahrzeuge. Das heißt, für Fahranfänger gilt die 0,0 Promillegrenze, für alle anderen Fahrer ist mit 0,5 Promille Alkohol im Blut Schluss. Ansonsten drohen Bußgeld und Fahrverbot.
Anders als bei Fahrrädern oder auch E-Bikes gelten für E-Scooter die strengeren Promillegrenzen für Kraftfahrzeuge. Das heißt, für Fahranfänger gilt die 0,0 Promillegrenze, für alle anderen Fahrer ist mit 0,5 Promille Alkohol im Blut Schluss. Ansonsten drohen Bußgeld und Fahrverbot.

12. Wie schnell dürfen E-Scooter fahren?

Die Geschwindigkeit von Elektro-Tretrollern ist auf maximal 20 km/h begrenzt.

13. Besteht für die Fahrt mit dem E-Scooter eine Helmpflicht?

Nein. Zum eigenen Schutz sollte aber jeder Fahrer eines Elektro-Scooters einen Helm tragen.

14. Was ist der Unterschied zwischen E-Scootern und E-Rollern?

E-Scooter sind im Grunde Tretroller mit einem elektrischen Motor. Man könnte diese Fahrzeuge deshalb auch als Elektro-Tretroller bezeichnen. Mit den Begriffen E-Roller bzw. Elektroroller sind hingegen elektrische Varianten des herkömmlichen Motorrollers gemeint. Diese brauchen ein eigenes Versicherungskennzeichen und können auch mit Geschwindigkeiten von deutlich mehr als 20 km/h unterwegs sein.

15. Welche Folgen hat es für den Versicherungsschutz, wenn ich meinen Elektro-Scooter verleihe?

Der Versicherungsschutz gilt auch in diesen Fällen. Wichtig ist, dass der Halter des elektrischen Tretrollers eine Versicherung abgeschlossen hat.

16. Was passiert, wenn ich meinen E-Scooter tune und mit diesem einen Unfall verursache?

Das Unfallopfer bekommt im Schadensfall Schadenersatz von der Kfz-Haftpflicht. Der Fahrer des E-Scooters muss aber mit strafrechtlichen Konsequenzen und Regressforderungen seiner Versicherung rechnen.

17. Ich besitze bereits einen E-Scooter. Kann ich den einfach anmelden und versichern?

Es kommt darauf an... Die Möglichkeit, den Elektroroller zu versichern, hängt davon ab, ob er für den Straßenverkehr zugelassen wird. Rollerbesitzer können bei einem amtlich anerkannten Sachverständigen – etwa vom TÜV oder der Dekra – eine so genannte Einzelabnahme beantragen. Diese kann unter Umständen mehrere hundert Euro kosten. Ob der Roller eine Zulassung bekommt, ist aber von Fall zu Fall verschieden: Wenn er nicht der neuen Verordnung entspricht – weil er zum Beispiel schneller als 20 km/h fahren kann – dann muss er für die Zulassung erst technisch umgerüstet werden.

Für Hersteller gibt es die Möglichkeit, nach Inkrafttreten der Verordnung eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) für ihre bereits gefertigten Roller zu beantragen.

18. Ich will meinen E-Scooter in den Urlaub mitnehmen. Gilt die Versicherung auch im Ausland?

Der Versicherungsschutz gilt in den Staaten der Europäischen Union, allerdings sollte man sich von seiner Versicherung eine internationale Versicherungsbestätigung ("Grüne Versicherungskarte") mitgeben lassen und ein D-Schild am Roller befestigen. Zudem sollte man sich vor Reiseantritt erkundigen, ob im Straßenverkehr des Urlaubslandes Elektro-Scooter erlaubt sind. Bei Reisen in nicht EU-Staaten sollte man im Versicherungsvertrag nachsehen bzw. direkt seinen Kfz-Versicherer fragen.

19. Darf ich meinen E-Scooter mit in den Bus oder den Zug nehmen?

Das hängt in der Regel von der Beförderungsordnung der jeweiligen Verkehrsbetriebe ab, ob man das Fahrzeug mitnehmen darf oder nicht oder ob dafür ein zusätzliches Ticket verlangt wird.

Wir wünschen eine gute und sichere Fahrt!

Nichts mehr verpassen

Anmelden und als Erster alle neuen Beiträge aus unserem Online-Magazin 'BraWo aktuell' kostenlos per E-Mail erhalten!

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung. Sie können den Newsletter jederzeit abbestellen.