Crowdfunding macht's möglich: 3.000 Euro für Schule in Afghanistan

Der Wolfsburger Verein „Bildung für Kinder in Afghanistan“ hat über die Spenden-Plattform des EngagementZentrums in zwölf Wochen 3.000 Euro für eine Schule in dem vom Krieg gebeutelten Land gesammelt. Im Interview erklärt die Projektinitiatorin und stellvertretende Vorsitzende des Vereins Devah Babory, worauf es bei einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne ankommt und warum sie auch anderen Vereinen zu der Zusammenarbeit mit dem EngagementZentrum rät.

Frau Babory, was waren die wesentlichen Gründe für den Erfolg Ihrer Spendensammelaktion per Crowdfunding?

Projektinitiatorin Devah Babory

Zum einen braucht man ein klar definiertes Projekt, bei dem die Höhe der avisierten Gesamtsumme leicht nachvollzogen werden kann. Die Spender wollen wissen, wofür ihre Gelder eingesetzt werden – Transparenz schafft Vertrauen. Zum anderen muss man sich im Klaren sein, dass hinter solch einer Aktion viel Arbeit steckt. Das Spendenprojekt einfach nur auf der Crowdfunding-Plattform online zu stellen und sich dann zurückzulehnen, funktioniert nicht. Stattdessen muss man nicht nur auf der eigenen Website darauf verweisen, sondern auch vor allem in den sozialen Medien wie Facebook und Instagram fortlaufend „Werbung machen“, ohne dabei die Leser zu überfordern und zu nerven. Zudem ist es wichtig Vereinsmitglieder, Freunde und Bekannte zu überzeugen, nicht nur selbst zu spenden, sondern auch selbst aktiv die Werbetrommel zu rühren. Hilfreich war sicher auch unsere Kontaktaufnahme zur lokalen Presse, da wir darüber auch ältere Generationen erreichen konnten.

Welche Dinge sollten Initiatoren bei der Darstellung ihres Spendenprojektes auf der Spenden-Plattform beachten?

Sicherlich ist es hilfreich, „Gesicht zu zeigen“. Aussagekräftige Bilder schaffen mehr Vertrauen und geben mehr Einblicke als zum Beispiel nur das Vereinslogo. Wichtig ist auch, den potentiellen Spendern klar zu machen, dass man für Fragen zum Projekt gerne zur Verfügung steht. Daher sollten die Kontaktdaten eines Ansprechpartners auf der Projektseite angegeben werden. Vor allem wenn die Spender keine Vereinsmitglieder sind oder noch nie etwas von dem Verein gehört haben, sorgt dieser Umstand für eine vertrauenswürdige Basis und hebt noch einmal die Transparenz des Projektes hervor.

Zudem empfehle ich jedem, der die Möglichkeit dazu hat, ein „Pitch-Video“ zu drehen, mit dem man das Projekt vorstellt, also dessen Notwendigkeit, die Ziele und die Initiatoren. Bewegte Bilder „bewegen“ die Menschen einfach mehr als „stillstehende“ Bilder. Da wir in einem Krisengebiet in Afghanistan gemeinnützig agieren, war es für uns allerdings nicht möglich, ein solches "Pitch-Video" zu produzieren. Da das Video kein Muss-Kriterium für die Erstellung eines Crowdfunding-Projektes ist, haben wir an dieser Stelle ein allgemeines Video unserer Schule eingestellt, aus dem aber auch hervorging, dass in den Klassenräumen dringender Bedarf an neuen Möbeln besteht.

Tische Bänke Schule AfghanistanDie ersten Muster für die Tische und Bänke der Schule sind da.

Wie ging es weiter, nachdem die Spendensumme in Höhe von 3.000 Euro erreicht worden ist?

Wir erhielten die Gelder und haben diese auch bereits für das Projekt eingesetzt. Mittlerweile ist das Mobiliar erstellt und muss nur noch den letzten Feinschliff bekommen. Die Klassenräume werden also zeitnah mit den Tischen und Bänken ausgestattet. Die Arbeiten an unserer Schule sind aber auch dann noch längst nicht abgeschlossen. Einige Bereiche müssen noch saniert, das Außengelände muss gestaltet werden. Zudem möchten wir das Gebäude gerne noch erweitern.

aktueller Baustand Schule AfghanistanDer aktuelle Baustand der Schule in Afghanistan.

Werden die Spender über den weiteren Verlauf des Projekts informiert?

Unbedingt! Unsere Spender informieren wir fortlaufend und immer kurzfristig über die sozialen Netzwerke Facebook und Instagram.

Wie lautet Ihr Fazit zu Ihrer Crowdfunding-Aktion über unsere Plattform „Gemeinsam für Gemeinwohl“?

Für uns war das Projekt in jeder Hinsicht ein voller Erfolg. Die Planung und Durchführung mit dem EngagementZentrum war sehr professionell und hat viel Spaß gemacht. Wir haben schnell gemerkt, dass wirklich Interesse an unserem Projekt und dessen Erfolg besteht. Wir wurden in unserer Vereinsarbeit stetig unterstützt und konnten auf diese Weise viel lernen. So wurden wir zum Beispiel auch hinsichtlich weiterer Finanzierungsmöglichkeiten beraten. Die Zusammenarbeit hat unsere Erwartungen übertroffen und wir bedanken uns herzlich dafür. Ich kann jedem Verein raten, die Chance zu nutzen, ein Crowdfunding-Projekt auf der Spenden-Plattform „Gemeinsam für Gemeinwohl“ zu starten.

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