Dimensionen von Glück und Zufriedenheit

Gutes tun kann sehr einfach sein und ist ein persönlicher Gewinn: Monika Schmidt, seit 2019 Geschäftsführerin des EngagementZentrums, spricht über Glück, wie die Arbeit im EngagementZentrum den Fokus auf ihr eigenes Leben verändert hat und über rührende Momente.

Monika Schmidt, Geschäftsführerin EngagementZentrum: "Man muss in Bewegung bleiben, um die Balance zu halten."
Monika Schmidt, Geschäftsführerin EngagementZentrum: "Man muss in Bewegung bleiben, um die Balance zu halten."

Frau Schmidt, Sie sagen, durch die Arbeit im EngagementZentrum hat sich Ihr Blick auf Ihr eigenes Leben verändert. Inwiefern?

Insbesondere durch die Zusammenarbeit mit unserem Kindernetzwerk United Kids Foundations ist mir noch einmal klarer geworden, dass einige Menschen in meiner unmittelbaren Nachbarschaft leben, denen es nicht annähernd so gut geht wie mir. Das lässt mich dankbar werden, für das, was ich habe und geben kann. Denn Geben macht glücklich!

Welches Ziel wollen Sie mit Ihrem EngagementZentrum erreichen?

Aus meiner Sicht tragen wir alle eine gesellschaftliche Verantwortung füreinander. Es ist wichtig, dass wir unseren Fokus erweitern. Albert Einstein sagte einmal: „Das Leben ist wie Fahrrad fahren. Man muss in Bewegung bleiben, um die Balance zu halten.“ Wenn wir es als EngagementZentrum schaffen, dass diejenigen, die ein privilegiertes  eben führen, darüber nachdenken, wie sie sich stärker für jene einsetzen können, die weniger Glück hatten, dann sind wir auf dem richtigen Weg, einen Beitrag zur gesellschaftlichen Balance zu leisten und diese auch zu halten.

Wie wirkt sich das Coronavirus auf Ihre Arbeit aus?

Soziale Notstände verschwinden natürlich nicht einfach wegen Corona, ganz im Gegenteil. Es war schnell klar, dass durch die Krise besonders diejenigen betroffen sind, die es ohnehin schon schwer haben, und dass noch mehr Menschen auf ehrenamtliche und gesellschaftliche Hilfe angewiesen sein werden. Darauf müssen wir uns in Zukunft einstellen.

Vor welche Herausforderungen hat Sie der Lockdown gestellt?

Wir mussten sehr schnell klären, was die neue Situation für unsere Arbeit bedeutet, wie wir mit diesen Einschränkungen weiterarbeiten können. Eine besondere Herausforderung an dieser Stelle war, mit den Projektpartnern im Austausch zu bleiben. Während des Lockdowns mussten z. B. die RTL-Kinderhäuser schließen. Viele Familien waren mit dieser neuen Situation völlig überfordert. Um die angespannte Lage zu entschärfen, haben wir den Projektpartnern sofort unsere Hilfe angeboten und gemeinsam Mittel und Wege gefunden, damit die Sozialarbeiter der RTL-Kinderhäuser mit den Kindern in Kontakt bleiben konnten. Der Schutz meiner Mitarbeiter war natürlich ein weiterer wichtiger Punkt. Auch hier mussten schnell Maßnahmen zum mobilen Arbeiten greifen, damit wir weiterarbeiten konnten.

Täglich neue Herausforderungen, was motiviert Sie auf Ihrem Weg?

Dass wir mit unserer Arbeit Kindern helfen können, motiviert täglich, den Weg weiter zu gehen. Der Dank, das Strahlen in den Augen, das ist einfach unbezahlbar. Die Projekte wären jedoch ohne mein fantastisches Team so nicht möglich. Es ist genau wie ich mit viel Herzblut bei der Sache, und gemeinsam wollen wir für die Gesellschaft noch viel erreichen.

Erinnern Sie sich dabei an besondere Augenblicke?

Ja, natürlich: Einmal konnten wir Kindern aus sozial benachteiligtem Umfeld einen Ausflug im Klassenverband zu einer Tabaluga-Show spendieren. Kurze Zeit danach lag ein großer Umschlag auf meinen Schreibtisch. Beim Öffnen kamen viele kleine Dankesbriefe mit wunderschönen Bildern zum Vorschein. Aus den Bildern sprudelte die große Freude förmlich heraus, das berührt mich heute noch. Ein weiteres schönes Erlebnis hatten wir beim Projekt Brotzeit, das wir für die Volksbank BraWo

Stiftung verwalten dürfen. Ich wurde zu einem gemeinsamen Abend für die Unterstützer des Projekts eingeladen und mit einem Applaus von den Ehrenamtlichen empfangen. Das war ihr Dankeschön dafür, dass Kinder mit einem gesunden Frühstück in den Schultag starten können. Zu erfahren, dass die ehrenamtlichen Helferinnen sich durch das gemeinsame Frühstück mit den Kindern beschenkt fühlen, das war eine sehr emotionale Erfahrung.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Meine Erkenntnis ist, dass unsere Gesellschaft Gemeinschaft braucht. Es sollte selbstverständlich sein, füreinander einzustehen, und dass die Stärkeren den Schwächeren zur Seite stehen. Dieses Ziel wollen wir auch weiterhin im Fokus behalten. Eine weitere Herzensangelegenheit von mir ist, unterschiedliche Altersgruppen zusammenzubringen. Kinder und Senioren können sich gegenseitig helfen und viel voneinander lernen. Seien es gemeinsame Spielenachmittage, eine Vorlesezeit oder ein Besuch im Zoo. Aus Erfahrung wissen wir, dass alle von dieser gemeinsamen Zeit profitieren. Diese Idee möchte ich gern in den nächsten Monaten weiterentwickeln und so dem demografischen Wandel aktiv begegnen.

Mehr Informationen Informationen zum EngagementZentrum finden Sie unter: www.engagementzentrum.de

Nichts mehr verpassen

Anmelden und als Erster alle neuen Beiträge aus unserem Online-Magazin 'BraWo aktuell' kostenlos per E-Mail erhalten!

Mit der Anmeldung akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung. Sie können den Newsletter jederzeit abbestellen.

BraWo-MeinKonto

Das kostenlose Girokonto der Volksbank BraWo

brawo-meinkonto.de