Bitcoin - Internet-Goldmine oder Milliardengrab?

Der Kurs des „Bitcoin“ erreichte Ende des Jahres 2017 seinen absoluten Höhepunkt. Der Anstieg war rasant. Plötzlich kostete eine digitale Münze mehr als 15.000 Euro. Anschließend bekam die Euphorie allerdings derbe Dämpfer. Zurzeit liegt der Bitcoin "nur" noch bei rund 6.500 Euro (Stand: 7. Juni 2018). Wie lassen sich diese enormen Kursschwankungen erklären? Wozu wird der Bitcoin eigentlich genutzt? Und welche Vorteile und Risiken ergeben sich aus der Verwendung der Kryptowährung? Rouven Klaar, Individualkundenbetreuer bei der Volksbank BraWo, klärt auf, was dahintersteckt.

BitcoinDer Bitcoin verlor innerhalb von wenigen Monaten über die Hälfte seines Werts. Grafik: fotolia.com / Wit

Was ist der Bitcoin?

Der Bitcoin ist die bekannteste von mittlerweile mehr als 1.300 Kryptowährungen. Das Konzept wurde im Jahr 2008 vorgestellt, verfügbar war der Bitcoin dann ab 2009. Es gibt keine Scheine oder Münzen, sondern nur verschlüsselte Datenblöcke: Bits und Bytes auf Computern.

Wir funktioniert das?

Der Bitcoin wird durch gigantische Rechenprozesse erzeugt, die mit der Zeit immer komplizierter werden, so dass die Menge an Cyber-Einheiten knapp gehalten wird. Er basiert auf der sogenannten Blockchain. Das ist so, als ob ein Buchhalter jeden Tag alle getätigten Überweisungen auf ein Blatt Papier schreibt und am Ende des Tages in einen unendlich großen Ordner heftet. Sogenannte „Miner“ fügen alle neuen Transaktionen der Blockchain hinzu und werden dafür mit neuen Bitcoins belohnt.

Was ist der Vorteil daran?

Die Blockchain ist öffentlich einsehbar und jeder einzelne Bitcoin hat eine einmalige Kennnummer. Durch die unzähligen Kopien auf Rechnern überall auf der Welt ist das System faktisch fälschungssicher. Jeder kann die Versionen vergleichen und damit Betrug oder Manipulation aufdecken.

Wird der Bitcoin tatsächlich für Zahlungen genutzt?

Vom großen US-Konzern bis zum Szene-Café in Berlin-Neukölln gibt es einige Firmen, die Bitcoins als Zahlungsmittel akzeptieren. In Japan ist er als offizielles Zahlungsmittel anerkannt. Statt einer Bankverbindung bekommt der Kunde für eine Überweisung einen QR-Code. Zudem brauchen beide Seiten eine sogenannte Wallet, eine Art digitale Geldbörse, auf dem Smartphone oder Tablet.

Wie lassen sich die starken Kursschwankungen des Bitcoin erklären?

Gesetzliche Zahlungsmittel wie Euro und Dollar werden von Zentralbanken und Regierungen kontrolliert und gesteuert. Der Bitcoin unterliegt keiner Kontrolle. Führende Währungshüter der Welt sind sich daher einig: Der Bitcoin ist keine Währung, sondern ein Spekulationsobjekt. Also ein Finanzprodukt, das Zocker unter großen Risiken für Wetten auf steigende oder fallende Kurse nutzen können. Der Kurs, also was ein Bitcoin in tatsächlichen Währungen wert ist, ist rein spekulationsgetrieben und zeigt nur, was Menschen bereit sind, für eine Münze zu zahlen.

Welche Probleme gibt es neben der geringen Wertstabilität?

Die enorme Rechenleistung, die für die Erstellung eines Datenblocks nötig ist, verbraucht Unmengen an Energie. In absehbarer Zeit wird das Bitcoin-System rund 33 Terrawattstunden Strom pro Jahr verbrauchen – so viel wie die gesamte Volkswirtschaft von Dänemark.

Des Weiteren kommen auch Befürchtungen auf, der Bitcoin werde aufgrund der Anonymität der Nutzer und der fehlenden staatlichen und institutionellen Kontrolle für kriminelle Machenschaften genutzt.

>> Verfolgen Sie hier die Entwicklung und den tagesaktuellen Wert des Bitcoin.

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