Vorbild und Botschafter für die genossenschaftliche Idee

2016 wurde die genossenschaftliche Idee "Was einer nicht schafft, dass schaffen wir gemeinsam" von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe gekürt. In der Tradition der Initiatoren Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen ist der Braunschweiger Adalbert Wandt ein vorbildlicher Botschafter für diese Maxime. Seit 1981 engagiert sich der 69-jährige Unternehmer ehrenamtlich im regionalen Genossenschaftswesen.

Nach wie vor viel beschäftigt: Adalbert Wandt in seinem Büro

Was einer nicht schafft, dass schaffen wir gemeinsam

Gemeinsam lassen sich Ziele besser erreichen als im Alleingang. Das ist der Grundgedanke einer jeden Genossenschaft. Sie ist eine Form der gesellschaftlichen Selbstorganisation, die auf kooperativer Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung beruht. Die Genossenschaftsidee eröffnet auch weniger privilegierten Bevölkerungsschichten neue Möglichkeiten der gesellschaftlichen und ökonomischen Teilhabe.

Um auf die weltweite Bedeutung von Genossenschaften aufmerksam zu machen, riefen die Vereinten Nationen das Jahr 2012 zum Internationalen Genossenschaftsjahr aus. 2016 wurden Idee und Praxis der Genossenschaft sogar von der UNESCO als erster deutscher Beitrag in die repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Rund um den Globus sind mehr als eine Milliarde Menschen Mitglied einer Genossenschaft, in Deutschland 21 Millionen. Einer von ihnen ist Adalbert Wandt, der das regionale Genossenschaftswesen über Jahrzehnte mitgeprägt hat. Seit 1981 engagiert sich der Braunschweiger Unternehmer ehrenamtlich in der Genossenschaftsbank Volksbank BraWo. In der Tradition der Initiatoren Hermann Schulze-Delitzsch und Friedrich Wilhelm Raiffeisen ist er damit ein vorbildlicher Botschafter für Genossenschaften.

Vom Vater geprägt und gefordert

Um die genossenschaftliche Idee in die Tat umzusetzen, braucht es Menschen, die sich dafür einsetzen und stark machen. Wandt, gemeinsam mit seinem Bruder Gerhard, langjähriger Geschäftsführender Gesellschafter des gleichnamigen Transport- und Logistik-Unternehmens, ist hierfür ein leuchtendes Beispiel. Angefangen hat es 1978; im Alter von 30 Jahren wurde Wandt Mitglied der damals noch überschaubaren genossenschaftlichen Volksbank Braunschweig. Sehr bald ließ er sich für die Wahl zur Vertreterversammlung der Bank aufstellen, in der er noch heute vertreten ist. 1981 nahm er einen Sitz im Wahlausschuss ein und trat damit in die Fußstapfen seines Vaters Adalbert sen., der als langjähriger Kunde der Bank und seit den 1960ern ebenfalls in der Vertreterversammlung tätig war. „Als junger  Vorstand der ‚UNION Kaufmännischer Verein von 1818 e.V.‘ und als aktiver Wirtschaftsjunior im Bezirk der IHK Braunschweig war es damals eine hervorragende Möglichkeit mit frischen Kontakten zur Verjüngung der Gremien beizutragen“, erinnert sich Wandt.

Seitdem wurde Wandt in den zehn folgenden Vertreterwahlen wiedergewählt. Das spiegelt das Vertrauen wider, dass die Mitglieder und Vertreter stets in ihn gesetzt haben. „Dass sich jemand über so einen langen Zeitraum ehrenamtlich engagiert, ist an sich schon außergewöhnlich. Mit welch hohem Verantwortungsbewusstsein er seinen Aufgaben nachkommt, ist umso bemerkenswerter“, meint Ralf Schierenböken, Vorstandsmitglied der Volksbank BraWo.

Volksbank BraWo Vorstantdsmitglieder Michael F. Müller (l.) und Ralf Schierenböken (r.) ehren Adalbert Wandt (m.) für seine jahrzehntelange ehrenamtliche Tätigkeit bei der Bank.

In seiner Tätigkeit als Mitglied des Wahlausschusses trug Adalbert Wandt dazu bei, dass der demokratische Ansatz gewährleistet blieb. Er achtete darauf, dass bei der Auswahl der Vertreter Aspekte wie Region, Beruf und Branche berücksichtigt wurden, so dass sich alle Gruppen repräsentiert fühlen. Insbesondere durch die vielen Fusionen mit anderen Volksbanken in der Region wie zum Beispiel Wenden, Rühme, Hondelage, Sickte und Wolfsburg erforderten immer wieder eine gute Kenntnis von Personen und Firmen. Zudem hatte er stets ein Ohr an der Basis und brachte deren Anliegen in die Arbeit der Bank ein.

Auch Michael F. Müller, ebenfalls Vorstandsmitglied bei der Volksbank BraWo, ist voll des Lobes. „Er wird von allen Seiten hoch geschätzt, denn wie kaum ein Zweiter verkörpert er die Werte und Tugenden, die wichtig für den Zusammenhalt der Gesellschaft sind: Anstand, Tatkraft und Verantwortungsgefühl. Ihm geht es nicht um persönliche Eitelkeiten, sondern um das Gemeinwohl, um die Menschen in der Region.“

Träger des Bundesverdienstkreuzes

Unterstrichen wird Wandts außergewöhnliches Engagement durch die Tatsache, dass er seit Gründung der Volksbank BraWo Stiftung im Jahr 2005 bis heute Stiftungsratsvorsitzender ist und sich für Kinder und Benachteiligte einsetzt – auch das ehrenamtlich. Daneben hat und hatte er weitere Funktionen inne, beispielsweise bei der Straßenverkehrsgenossenschaft Niedersachsen/Sachsen-Anhalt (SVG), als Präsident des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) und als Aufsichtsratsmitglied der KRAVAG-Versicherung, einer Tochtergesellschaft der genossenschaftlichen R+V-Versicherung. 2006 wurde er für sein vielfältiges landesweites Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz durch Bundespräsident Horst Köhler und 2015 mit der Bürgermedaille der Stadt Braunschweig durch Oberbürgermeister Markurth ausgezeichnet.

Wandt nimmt die bürgerliche Verantwortung gern war: „Das Leben macht nur Freude, wenn man es mit Anderen teilen kann und neugierig bleibt. Die Menschen und der liebe Gott haben es gut mit mir gemeint. Dafür kann die Gesellschaft etwas von mir erwarten.“

2017 ist Adalbert Wandt nach vielen Jahren aus dem Wahlausschuss der Volksbank BraWo ausgeschieden. Wie mit der Übergabe von Anteilen und Verantwortung an den Neffen Anthony und dessen gleichberechtigte Schwester Aline in der Wandt Spedition Transportberatung GmbH, wurde auch hier ein Generationswechsel vollzogen: Aline ist vor kurzem in den Wahlausschuss gewählt worden und führt die Arbeit dort in seinem und im genossenschaftlichen Sinne fort.

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