30 Jahre DAX: eine Erfolgsgeschichte?

Am 1. Juli 2018 feiert der Deutsche Aktienindex seinen 30. Geburtstag. Wir nehmen dieses Jubiläum zum Anlass, dem DAX auf den Grund zu gehen. Wie sicher ist die Geldanlage an der Börse und wie wird ein Investment auch für Kleinanleger zur Erfolgsgeschichte?

Chart DAXAbb.: Die Kursentwicklung des DAX bestätigt eine altbewährte Börsianer-Regel: Wer langfristig investiert und breit streut, bleibt in der Regel auf der Gewinnerseite.

DAX: ein Spiegel der Wirtschaft

Der DAX ist ein Spiegel der deutschen Wirtschafts- und Industriegeschichte. Damals wie heute umfasst der Index 30 deutsche Aktiengesellschaften. Von den 30 Unternehmen, die beim Start des DAX dabei waren, sind heute noch 15 im Index vertreten. Dazu zählen beispielsweise die Unternehmen Bayer, Lufthansa oder auch Siemens.

Einige einst große und traditionsreiche deutsche Unternehmen sind nach ihrem Ausscheiden aus dem DAX bis zur Bedeutungslosigkeit geschrumpft oder komplett von der Bildfläche verschwunden, etwa Deutsche Babcock, Feldmühle Nobel oder Kaufhof.

Ein Investment in den DAX ist aufgrund der hohen Präsenz von exportstarken Unternehmen immer international. Man denke nur an VW, ThyssenKrupp oder Fresenius Medical Care. Letztere besitzen einen ausländischen Umsatzanteil von 98 Prozent. Doch auch hier gilt: keine Regel ohne Ausnahme. Der Immobilienkonzern Vonovia, seit 2015 im DAX, verdient sein Geld ausschließlich hierzulande.

Gewinne, Gewinne, Gewinne?

Wer als Anleger bei der Gründung 1988 in den DAX investiert hat und am Ball geblieben ist, konnte sich in den meisten Jahren über satte Kursgewinne freuen. Dennoch lassen sich daraus keine sicheren Rückschlüsse auf zukünftige Renditechancen ableiten. Das Auf und Ab gehört bei der Geldanlage an der Börse dazu.  Es gilt aber die bewährte Börsianer-Regel: Wer langfristig investiert und breit streut, bleibt in der Regel auf der Gewinnerseite.


Michael PannwitzFoto: Michael Pannwitz vertraut auf eine weiterhin positive Entwicklung des DAX.

„Noch Luft nach oben“: So profitieren Privatanleger vom DAX

Als Börsenbarometer zeigt der Deutsche Aktienindex auch, wie es aktuell um die deutsche Wirtschaft bestellt ist. Auch wenn den meisten Deutschen die Namen der 30 Unternehmen im Dax weitgehend vertraut sein dürften – sich ein detailliertes Bild über die Lage und die Aussichten eines einzelnen Unternehmens zu verschaffen ist für die meisten Privatanleger eher schwierig. Michael Pannwitz, Leiter Individualkunden bei der Volksbank BraWo, erklärt im Interview, wie auch Kleinanleger vom DAX profitieren können.

Herr Pannwitz, für welche Anleger ist der DAX interessant?

Klare Sache, für nahezu alle interessierten Anleger. Deutschland ist nach wie vor die größte Volkswirtschaft in Europa, außerdem Exportweltmeister. Die im DAX gelisteten Unternehmen sind weltweit tätige Unternehmen, starke Marken, die sich im internationalen Wettbewerb hervorragend schlagen. Das sind also beste Voraussetzungen für eine gute Entwicklung der Aktienwerte. Leider sind die Deutschen bei Aktienanlagen viel zu zögerlich. Bei ausländischen Anlegern sind dagegen gerade die DAX-Titel sehr begehrt. Diese Anleger wissen, dass sie damit in einen Korb von verhältnismäßig stabilen, exportstarken und international ausgerichteten Unternehmen investieren.

Was raten Sie Anlegern, die vom DAX profitieren möchten, sich mit Aktien aber nicht so gut auskennen?

Eine gute Lösung sind Investmentfonds, die in deutsche Aktien investieren. Fondsmanager übernehmen hier die Aufgabe, die jeweils vielversprechendsten Aktien auszuwählen und angemessen im Fonds zu gewichten. Um die Entscheidung für ein solches Investment zu erleichtern, empfehle ich ein ausführliches persönliches Gespräch mit einem unserer Berater.

Sollte man denn ausgerechnet jetzt einsteigen?

Das ist eine berechtigte Frage, denn im vergangenen Jahr hat der DAX immer wieder neue Höchstmarken erreicht. Bevor der Index Anfang Februar in kurzer Zeit die Gewinne der vergangenen Monate abgab, ging es immerhin acht Jahre lang - bis auf wenige Störungen -  mit den Kursen stetig aufwärts. Beim aktuellen Stand des DAX sehe ich aber noch genug Luft nach oben. Denn in Deutschland brummt die Wirtschaft. Auch weltweit sind die wichtigsten Nationen und Regionen auf Wachstumskurs. Die Experten unserer Fondspartner sehen im Jahr 2018 nach wie vor ein gutes Aktienjahr. Allerdings haben wir auch feststellen können, dass plötzliche Rückschläge bei Aktien nie ganz ausgeschlossen sind. Ich rate daher immer, nicht alles auf eine Karte zu setzen. Mit einem zusätzlichen Sparplan, in dem Sie monatlich einen bestimmten Beitrag einzahen, lässt sich das Risiko verringern, bei Höchstständen einzusteigen.

Steigende Zinsen schaden Aktien, heißt es. Was also, wenn in Europa die Zinsen angehoben werden?

Bei einem höheren Zins gewinnen Anleihen im Vergleich zu Aktien an Attraktivität. Darüber hinaus verteuern höhere Zinsen die Finanzierung für Unternehmen. Dies hätte Auswirkungen auf die gute wirtschaftliche Lage und würde somit auch der positiven Entwicklung der Aktienmärkte schaden. Die geldpolitische Wende ist zwar auch in der Eurozone eingeleitet, doch sie geht stufenweise und angemessen vonstatten. Bis Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, den Leitzins, der aktuell bei null Prozent notiert, anhebt, wird vermutlich noch einige Zeit vergehen. Für Anleger heißt das, dass sie mit Sparbuch, Festgeld und Ähnlichem derzeit keine nennenswerten Renditen erzielen können. Aufgrund der aktuellen Inflation wird bei diesen Anlageformen sogar eine negative Realverzinsung „erzielt“. Aktien hingegen, beispielsweise aus dem DAX, oder Aktienfonds, die in DAX-Unternehmen investieren, bleiben weiterhin interessant.

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